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17.03.2022 News

4 Din­ge, die du über Leer­stand noch nicht wuss­test

Leerstand in Tirol gefährdet leistbares Wohnen

In Innsbruck stehen Schätzungen zufolge 8,9 Prozent aller Wohnungen leer. In ganz Tirol wurden vergangenes Jahr 6.028 neue Wohnungen gebaut, es entstanden aber nur 4.240 neue Haushalte. Warum es so viel Leerstand gibt und wie wir diesen zurückdrängen wollen, um auch deine Miete günstiger zu machen, erklären wir die anhand von vier Fakten, die du vielleicht noch nicht kanntest.

#1: Warum gibt es leerstehende Wohnungen?

Du kennst es sicher. Du schaust nachts auf die Fenster eines Nachbarhauses und fragst dich: Warum sind hier immer alle Lichter aus. Die Antwort ist oft Leerstand. Leere Wohnungen gibt es leider zu Genüge in Tirol. Manchmal hat das ganz praktische Gründe, zum Beispiel wenn eine ältere Person in ein Senior*innenheim umgezogen und die Wohnung noch nicht nachbesetzt ist. In vielen Fällen stehen Wohnungen aber aufgrund finanzieller Interessen leer oder zum Beispiel weil sie teuer über Airbnb oder Booking vermietet werden. Angesichts der rasant steigenden Wohnungspreise, ist es für die Besitzer häufig rentabler, Wohnungen nicht zu vermieten, weil sie ihnen lediglich als Geldanlage dienen.

#2: Wohin entwickeln sich die Zahlen beim Leerstand?

Die Spekulation mit Immobilien hat in den vergangenen Jahren in Tirol erheblich zugenommen. Allein im letztes Jahr sind 1.788 Wohnungen mehr entstanden als neue Haushalte. Dieser Unterschied nimmt in den letzten Jahren immer weiter zu. Mittlerweile gibt es rund 92.000 mehr Wohnungen als Haushalte in Tirol. Das ist nicht alles spekulativer Leerstand, wie oben beschrieben, ein wesentlicher Teil davon aber schon. Die Zahlen zeigen, dass in Tirol aktiv wertvoller Boden versiegelt wird, um Wohnungen für den Leerstand zu bauen.

#3: Wie werden wir Leerstand zurückdrängen?

Immer mehr Leerstand gibt es vor allem auch, weil es sich bisher rentierte. Durch den Leerstand entsteht eine künstliche Verknappung am Wohnungsmarkt, was die Preise steigen lässt. Sein Geld in Leerstand anzulegen, rechnet sich somit. Das werden wir jedoch mit der Leerstandsabgabe ändern, die wir nun in Begutachtung gegeben haben. Künftig soll es dann rund 1.000 Euro pro Jahr kosten, wenn man zum Beispiel eine 90-qm-Wohnung in Innsbruck leerstehen lässt. Zudem muss sämtlicher Wohnungsleerstand an die Gemeinden gemeldet werden, was eine effiziente Kontrolle gewährleistet und unter anderem dabei hilft, illegale Freizeitwohnsitze aufzuspüren. Mit dem Modell „Sicheres Vermieten“ wollen wir zudem Menschen, die aus anderen Gründen ihre Wohnungen leerstehen lassen, dabei unterstützen wertvollen Wohnraum zu schaffen.

#4: Welche Auswirkungen hat die Leerstandsabgabe auf den Wohnungsmarkt?

Die neue Leerstandsabgabe bringt Bewegung in den Wohnungsmarkt. Die Abgabe samt Meldepflicht wird viele Wohnungseigentümer dazu bringen, Wohnungen wieder zu vermieten statt rein als Geldanlage leerstehen zu lassen. Außerdem haben wir mit der Leerstandsabgabe einen Richtungswechsel eingeleitet. Von nun an ist es klar, dass, wo der Markt versagt, die Politik korrigierend eingreifen muss. Gerade beim Thema leistbares Wohnen, ist das mehr als ein Fuß in der Tür.

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Update (31. Mai 2022):

Die Tiroler Landesregierung beschließt eine erhöhte Leerstandsabgabe. In 148 Gemeinden mit erhöhtem Wohndruck sogar doppelt so hoch.

Portraitfoto vom grünen Landtagsabgeordneten Michael Mingler
Michael Mingler

Landtagsabgeordneter, Mitglied des Landesvorstands

Landhaus, Eduard Wallnöfer-Platz 3

6020 Innsbruck

[email protected]
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