TIWAG-Manager-Megagehälter gesetzlich regulieren
TIWAG-Manager-Megagehälter gesetzlich regulieren
Ab 2027 droht Geheimhaltung der Vorstandsgehälter statt Lohntransparenz
Eine Recherche der Tiroler Grünen zeigt Megagehälter der TIWAG-Spitze auf. Das Landesunternehmen weist für 34 Monate an Vorstandsbezügen 1.408,962 Euro aus. Das ergibt ein Monatsgehalt von 41.440 Euro brutto und damit das doppelte Gehalt des Landeshauptmanns und das Zehnfache des Medianeinkommens in Tirol. Ende Oktober 2025 wurde ein Vorstandsmitglied aufgrund unternehmensintern festgestellter Verfehlungen entlassen, weshalb statt drei Mitgliedern die Geschäfte nunmehr nur mehr von zwei Mitgliedern geführt werden. Dies hat auch gesetzliche Folgen.
„Ich bin negativ überrascht, dass aus der Landesregierung von ÖVP und SPÖ niemand etwas zu diesen Megagehältern zu sagen hat“, wundert sich der Grüne Klubobmann Gebi Mair. „Entspricht dies den Vorstellungen der SPÖ von gerechten Gehältern?“ Die TIWAG war bereits vor Jahren aus der Managementrichtlinie des Landes ausgekoppelt worden, wodurch derartige Zahlungen überhaupt erst möglich wurden. Nun droht aber zusätzlich auch noch Geheimhaltung durch das Landesunternehmen.
Wenn ein Unternehmen nur zwei Vorstandsmitglieder hat, ist es gesetzlich nicht zur Offenlegung der Vorstandsbezüge im Geschäftsbericht verpflichtet. Die Grünen verlangen nun, dass die TIWAG ihre Gehälter auch weiter offenlegen muss. „Die SPÖ tritt für Lohntransparenz bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. Ich gehe davon aus, dass das auch für den Vorstand gilt. Die Landesregierung muss das Landesunternehmen verpflichten, auch weiterhin Angaben zu den Bezügen ihres Vorstandes zu veröffentlichen.“
Wer Gehälter in dieser Höhe zahle, der müsse sie auch politisch rechtfertig. „Entweder es gibt Leistung, die Managementgehälter in dieser Höhe rechtfertigt oder man muss sie gesetzlich regulieren wie andere auch. Das ist jedenfalls eine politische Frage.“ Für die Grünen sollte die TIWAG Teil der Managementrichtlinie des Landes sein und damit den Vorschriften über Transparenz und Gehaltshöhe entsprechen wie andere Landesunternehmen auch. „Für Übergewinne und Übergehälter in einem Landesunternehmen haben die Menschen keinerlei Verständnis“ ist sich Gebi Mair sicher.
(c) Quelle: on.orf.at / Tirol heute vom 07.07.2026