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21.05.2026 Presse

Fernpass Gutscheine: Bezirke gehen leer aus

Mann liest Zeitung

Fernpass Gutscheine: Imst, Landeck und Innsbruck Land schauen durch die Finger

Grüne sehen massive Ungerechtigkeit. Mair und Dablander: „Wo bleibt die echte Verkehrs-Entlastung?“

 

 

Als massive Ungerechtigkeit bezeichnen heute die Tiroler Grünen die Fernpassmaut Gutscheine, die ausschließlich im Bezirk Reutte gewährt werden. Haushalte im Außerfern sollen im Gegenzug zur Einführung der Fernpassmaut, die durch den Bau des Scheiteltunnels notwendig werde, bis zu 290 Euro erhalten. „Wer in Imst, in Landeck oder in Telfs wohnt, wird von der Fernpassmaut genauso betroffen sein, schaut aber durch die Finger. Das ist ungerecht zum Quadrat“, so Klubobmann Gebi Mair.

 

Als Grundübel sehen die Grünen das 600 Millionen Euro schwere Fernpasspaket, das von großen Teilen der Bevölkerung abgelehnt werde, denn Kosten und Risiken stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen. „Das Fernpasspaket ist ein Murks von A bis Z. Es führt im schlimmsten Fall dazu, dass noch mehr Verkehr über den Fernpass rollt. Und es führt jetzt auch noch dazu, dass jemand aus Nassereith anders behandelt wird als jemand aus Biberwier“, sagt Mair. Ungerecht sei außerdem, dass Betriebe außerhalb von Reutte die Gutscheine nicht annehmen dürfen. „Ich gehe davon aus, dass Betriebe in der Nähe vom Fernpass sich das nicht gefallen lassen werden“, sind Klagen für Mair vorprogrammiert.

 

Die Reuttener Bezirkssprecherin Margit Dablander berichtet, dass viele Reuttener:innen die Gutscheine als „Schmiergeld“ und „Stimmenkauf“ der Landesregierung sehen würden, um das Fernpasspaket zu schlucken. „Wir wollen nicht gekauft werden. Wir wollen nachhaltig vom Verkehr entlastet werden“, so Dablander. Genau das bewirke der Scheiteltunnel aber nicht. Vielmehr werde mit noch höherem Verkehrsaufkommen gerechnet, wenn die Haarnadelkurve am Fernpass entschärft werde. „Das ist geradezu eine Einladung, über den Fernpass zu fahren“, warnt Dablander. Es sei zudem nicht auszuschließen, dass das 7,5 Tonnen Limit für den Schwerverkehr fallen werde. „Ab Tag eins des Scheiteltunnels werden die Frächter gegen das Fahrverbot klagen“, ist sich Dablander sicher.

 

Sie zeigt sich auch besorgt über einen Rückgang der Besucher:innen in beliebten Freizeitzentren wie der Alpentherme. ‚Viele Gäste kommen auch vom Oberland. Sie werden sich dreimal überlegen nach Reutte zu fahren, wenn sie Maut zahlen müssen‘, warnt Dablander vor den Folgen. Die Grünen fordern einmal mehr ein Ende der Mautpläne sowie eine sinnvolle Alternative zur Straße, allen voran von SPÖ Landesrat Zumtobel. „Die Bemühungen für eine schnelle Bahnverbindung ins Außerfern sind komplett eingeschlafen. Dabei würde ein Bahntunnel dazu führen, dass das Außerfern direkt mit der Landeshauptstadt Innsbruck verbunden wäre. Die Maut bewirkt das Gegenteil: Sie trennt Reutte von Tirol ab. Verschärft wird das dadurch, dass künftig alle außer den Menschen im Außerfern zahlen müssen, wenn sie nach Reutte möchten“, schließt Dablander.

Gebi Mair
Gebi Mair

Klubobmann, Landtagsabgeordneter, Landessprecher, Mitglied des Landesvorstands

[email protected]
Margit Dablander

Bezirkssprecherin Reutte, Delegierte zum Erweiterten Landesvorstand

[email protected]
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