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07.07.2026 Presse

„Die Landesregierung schaut zu, wie Tirol überrollt wird"

Mann liest Zeitung

Mair: „Die Landesregierung schaut zu, wie Tirol überrollt wird"

Transitverkehr auf neuem Rekordkurs – ÖVP/SPÖ setzen seit mittlerweile vier Jahren keine neuen Maßnahmen

 

1,25 Millionen LKW haben im ersten Halbjahr die Mautstellen in Schönberg passiert, wie die brandaktuellen Zahlen der Asfinag belegen. Nochmals 3,6 Prozent mehr LKW-Belastung durch Tirol. Ein neues Allzeithoch und ein Negativrekord, der mit noch mehr Belastung für die Anrainer:innen einhergeht. „Es ist die bittere Bestätigung dessen, was die Tiroler:innen täglich spüren: die Transitwelle rollt noch lauter und ungebremster durch Tirol. Ich frage mich wie alle Tiroler:innen, wann die Landesregierung endlich aufhört zuzuschauen, wie Tirol überrollt wird. Es reicht einfach nicht zu sagen: „Genug ist genug“ – es muss endlich gehandelt werden“, meldet sich der Grüne Verkehrssprecher Gebi Mair zu Wort und untermauert seine Kritik mit konkreten Beispielen.

 

„Die Landesregierung hat seit vier Jahren keine neuen transitbeschränkenden Maßnahmen gesetzt. Nachtfahrverbot, Sektorales Fahrverbot, Blockabfertigung und Tempo 100 sind alles Maßnahmen, die federführend von uns Grünen eingeführt wurden. Seither ist von Landeshauptmann Mattle und Landesrat Zumtobel leider nur mehr verwaltet worden. Und zum Teil wurde der Anti-Transit-Kurs sogar gelockert“, verweist Mair auf die Blockabfertigungstage an der Grenze in Kufstein an, die immer weniger werden. Während 2024 noch 40 Tage vorangekündigt wurden, waren es 2025 nurmehr 36 Tage. Für 2026 sind gar nur mehr 30 Tage gemeldet. „Statt die Blockabfertigungstage aufgrund des Transit-Allzeithochs auf der A12 um 25 Prozent anzuheben, verringerte die Landesregierung die Tage um 25 Prozent. Das ist die komplett falsche Richtung. Die Landesregierung öffnet damit die Transit-Schleuse an 10 weiteren Tagen statt für 20 zusätzliche Tage für Entlastung und eine Verlagerung zu sorgen“, zeigt Mair auf, dass die Landesregierung selbst zu keiner Verlagerung auf die Schiene beitrage.

 

Mair räumt auch mit der Mär auf, dass Tirol ausschließlich von Wien, München, Brüssel oder Rom abhängig sei. „Mit dieser Ausrede kommt die Landesregierung nicht durch. Sehr wohl können wir in Tirol dafür sorgen, dass Frächter andere Routen von Nord nach Süd wählen. Bei der Kontrolldichte ist der Plafond zum Beispiel noch lange nicht erreicht. Im Oberland gibt es gar keine Kontrollestelle für LKW auf der Autobahn. Und was bisher auch nicht kontrolliert wird, sind die ständigen Tempoüberschreitungen auf der A12. 90 Prozent aller LKW donnern laut Erhebung des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) mit 90 oder sogar 95km/h über die Autobahn, obwohl nur 80km/h erlaubt sind. Aber mein Antrag auf Einführung einer „Section control“ für LKW, also einer Geschwindigkeitskontrolle von Kufstein bis zum Brenner, wurde von ÖVP und SPÖ links liegen gelassen. Dabei hat die Tempobolzerei der LKW ausschließlich negative Auswirkungen: mehr Lärm, mehr Abgase, mehr Straßenverschleiß, höheres Sicherheitsrisiko und auch höhere Gewinne für Frächter“, führt Mair aus. Letztendlich schwäche man damit die Schiene gegenüber der Straße.

 

Die Bilanz der Landesregierung beim Anti-Transit-Kampf lasse sich nicht mehr beschönigen. „Die Tiroler:innen sind täglich noch mehr vom Transit belastet und die Landesregierung kommt einfach nicht in die Gänge. Der Ärger, der sich durch die hohe Teilnehmer:innenzahl bei der Demonstration auf der Brennerautobahn gezeigt hat, richtet sich nicht nur gegen Wien, Rom und Berlin: er richtet sich auch gegen die untätige ÖVP-SPÖ Landesregierung. Wer 1.257.716 LKW nicht als Weckruf versteht, der hat in der Landesregierung keine Zukunft“, schließt Mair.

Gebi Mair
Gebi Mair

Klubobmann, Landtagsabgeordneter, Landessprecher, Mitglied des Landesvorstands

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