Schutzgebiet Forchet: „Und wieder wirft die SPÖ alles hin“
Schutzgebiet Forchet: „Und wieder wirft die SPÖ alles hin“
Grüne Kritik nach Aus für Forchet-Schutz in Haiming – Landesregierung könnte per Verordnung Schutzgebiet ausweisen
„Und wieder wirft die SPÖ alles hin, statt für die Tiroler Natur eine Verbesserung zu erzielen“, ärgert sich der Grüne Naturschutzsprecher Gebi Mair über das via Tiroler Tageszeitung verkündete Aus für das Schutzgebiet Haiminger Forchet. Der letzte Talwald gilt als besonders schützenswert und ist zugleich bedroht. Vielfach wurden an den Rändern des Waldes Gebiete umgewidmet und betoniert. Statt dieser Entwicklung im Sinne des Boden- und Artenschutzes endlich Einhalt zu gebieten, erfolge von der schwarz-roten Landesregierung nun die Selbstaufgabe.
Dass der Gemeinderat auf alle Kompromissvorschläge bisher mit knapper Mehrheit ablehnend reagiert habe, dürfe nicht als Ausrede dienen. „Naturschutz ist ein Knochenjob, und es braucht die Extraportion Leidenschaft und Enthusiasmus. Die fehlt bei der SPÖ. Es ist bezeichnend, dass nun entnervt ein Rückzieher gemacht wird“, so Mair zu der Ankündigung der Landesregierung.
Wie wenig Priorität der Naturschutz bei ÖVP und SPÖ habe, mache die Tatsache deutlich, dass die Landesregierung per Verordnung jederzeit ein Schutzgebiet ausweisen könnte. „Diese Option wurde aber nicht einmal in Erwägung gezogen, noch als taktisches Mittel eingesetzt, um den Druck auf den Haiminger Gemeinderat zu erhöhen. Am Ende bleibt eine Landesregierung, die keinen Mut hat, für die Tiroler Natur einzustehen“, resümiert Mair.
Auch die Grüne Imster Bezirkssprecherin Dorothea Schumacher ist enttäuscht über den Abbruch der Gespräche und Verhandlungen. „Das ist wirklich enttäuschend nach vielen Jahren engagierten Kampfes für diesen einzigartigen Talwald im Inntal. Dass von der Opposition, die die Mehrheit hält, selbst der Minimalvorschlag abgelehnt wurde, ist beschämend. Die Grüne Liste Haiming und die Bürgermeisterliste haben sich stets für die große Schutz-Variante ausgesprochen. Der Opposition ging es nur um das Verhindern einer Lösung. Das ist nicht nur ärgerlich, es ist auch die reinste Wähler:innentäuschung. Denn im Wahlkampf waren alle für ein Schutzgebiet“, erinnert die Haimingerin.
Die Grünen heben abschließend die Bedeutung des Naturjuwels im Inntal hervor und kündigen an, weiter für das Schutzgebiet zu kämpfen: „Wer durch diesen artenreichen Wald geht, erkennt sofort den besonderen Stellenwert. Der Forchet ist ein Paradies für Tiere und Pflanzen. Zudem sorgt der Wald für saubere Luft im Inntal und dient als wertvolles Naherholungsgebiet. Angesichts der zunehmenden Biodiversitätskrise sollten wir solche sensiblen Lebensräume schnellstmöglich schützen. Denn von Gewerbegebieten und versiegelten Flächen haben wir in Tirol mehr als genug“, so die Grünen.