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08.07.2026 Presse

"ÖGK Regionalstellen einfach schließen geht nicht"

Mann liest Zeitung

Schließung von ÖGK Regionalstellen: "Einfach dicht machen geht gar nicht"

Neue Hiobsbotschaft für ländlichen Raum – Grüne bringen Ärztezentrum (PVZ) als Alternative ins Spiel

 

„Eine weitere Ausdünnung der Gesundheitsversorgung droht, wenn beinahe die Hälfte der Regionalstellen der ÖGK in Tirol geschlossen werden sollen. Da muss AK-Präsident Zangerl noch ein ernstes Wort mit seinem Parteikollegen, dem ÖGK-Vorsitzenden Peter McDonald reden“, reagiert die Grüne Gesundheitssprecherin Petra Wohlfahrtstätter auf die heute in der Tiroler Tageszeitung online durchgesickerte Hiobsbotschaft aus Wien.

 

Es sei klar, dass eine Sozialversicherung sparsam und zweckmäßig arbeiten müsse, aber es fehle jegliche Begründung für die beabsichtigte Schließung der Regionalstellen Kufstein, Imst, Telfs und Zell am Ziller. „Wenn die ÖGK nachweisen kann, dass Wahlarzt-Rechnungen nun überwiegend digital eingereicht werden und so der Kundenverkehr belegbar signifikant sinkt, so wäre das ein Argument. Vermutlich geht es aber um kurzfristige Zahlenkosmetik, um das Defizit der ÖGK kleiner erscheinen zu lassen. Viel wichtiger ist der medizinische Dienst, der sogenannte Chefarzt. In Zell am Zeller gibt es laut ÖGK-Webseite keinen, in Imst und Kufstein zwei Vormittage die Woche und in Telfs an einem Vormittag. Diese Dienste würden aber fehlen und ohnehin kranke Menschen wären gezwungen, die jeweils nächste Außenstelle aufzusuchen. Das kann es nicht sein“, verdeutlicht Wohlfahrtstätter, dass es um mehr als eine reine Verwaltungsstandorte gehe.

 

Für den Fall der Fälle bauen die Grünen aber schon vor. Sie bringen die Räumlichkeiten für Primärversorgungszentren ins Spiel. „Entscheidend ist am Ende für die Patient:innen, dass die Gesundheitsversorgung sichergestellt ist. An Primärversorgungszentren mangelt es in Tirol so und so. Hier könnte aus dem worst case auch ein best case gemacht werden“, schlägt Wohlfahrtstätter vor. Die Außenstellen lägen zentral und seien gut erreichbar. Laut LR Hagele würde die ÖGK in der nächsten Zeit sowieso vier bis sechs weiterer Zentren ausschreiben und da würden sich die unter Umständen verwaisten Räume anbieten. „Man kann die Menschen nicht ständig mit solchen auf dem Schreibtisch einfachen, aber für die Bevölkerung mit negativen Konsequenzen verbundenen Kürzungsmaßnahmen vor den Kopf stoßen. Wenn die ÖGK schon diese Serviceorte glaubt schließen zu müssen, muss sie eine attraktive Alternative zur Verfügung stellen. Denn einfach dicht machen geht nicht“, so Wohlfahrtstätter.

 

Bisherige Rückmeldungen zu den bereits bestehenden PVZ seien überwiegend sehr gut. Darin liege auch die Zukunft, um die Ambulanzen zu entlasten. Der chefärztlichen Dienst könnte miteingeplant werden. „Wenn man will, dann kann daraus auch ein Mehrwert entstehen“, regt die Grüne Abgeordnete einen konstruktiven Umgang an, wenn Kürzungen schon unumgänglich seien.

Petra Wohlfahrtstätter
Petra Wohlfahrtstätter

Landtagsabgeordnete, Delegierte zum Erweiterten Landesvorstand (Klub)

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