Notschlafstelle: „Dornauer muss Wort halten: Keine Zelte"
Notschlafstelle: „Landesrat Dornauer muss Wort halten: Keine Zelte in Tirol“
Arslan: „Schimmel und andere bauliche Missstände entstehen nicht über Nacht“
„Landesrat Georg Dornauer hat zu seinem Amtsantritt sein Wort gegeben, dass in Tirol weder Menschen auf der Flucht noch obdachlose Menschen in Zelten untergebracht werden. Dieses Wort muss halten“, fordert heute Sozialsprecherin Zeliha Arslan vom SPÖ Landesrat in Bezug auf die vorübergehende Schließung der Notschlafstelle am Schusterbergweg. Medienwirksam hatte Georg Dornauer im Oktober 2022 anlässlich der in Absam von der Bundes Betreuungsagentur angedachten Unterbringung von Asylwerber*innen versprochen: ‚Wir brauchen keine Zelte in Tirol“.
Statt Menschen in Zelte und Container unterzubringen, bringt die Grüne Abgeordnete das Hotel Europa und das Kapuzinerkloster ins Spiel. „Jede Möglichkeit für eine vernünftige Unterkunft ist zu prüfen. Es kann doch nicht sein, dass die TSD in ganz Innsbruck keine andere Möglichkeit der kurzfristigen Unterbringung als backup hat“, so Arslan.
Für die Grüne Landtagsabgeordnete bestehe auch viel Aufklärungsbedarf, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Die Kommunikation der Tiroler Sozialen Dienste habe mehr zur Verwirrung als zur Aufklärung beigetragen. Dass die Schließung als „überraschend“ dargestellt werde, sei jedenfalls für niemanden nachvollziehbar. „Schimmelbefall in der Mitarbeiter*innen-Toilette und andere bauliche Missstände entstehen nicht über Nacht. Hier wurde offenkundig viel zu lange weggeschaut“, kritisiert Arslan. Die Leidtragenden seien jene rund 90 Menschen, die auf die Notschlafstelle angewiesen sind.
Für die Grünen müsse während der Sanierungsarbeiten im Schusterbergweg sichergestellt werden, dass adäquate Unterkünfte bereitgestellt werden. „Es ist traurig genug, dass es in Innsbruck überhaupt so eine Notschlafstelle braucht. Allein das ist ein Armutszeugnis. Es ist das Mindeste, dass wir betroffene Menschen eine warme Mahlzeit und ein warmes Bett mit vier Wänden bieten“, sagt Arslan.
Mittel- und langfristig müssen die Weichen im Kampf gegen Obdachlosigkeit in Tirol neu gestellt werden. „Statt weiter auf veraltete Konzepte wie Notschlafstellen zu setzen, sollten wir innovative Lösungen zum Durchbruch verhelfen, die den Menschen langfristig eine Perspektive bieten Ziel muss es sein, dass es gar keine Notschlafstellen mehr benötigt“, so Arslan. Die Fakten in Tirol seien alarmierend: Immer mehr Menschen finden keinen Zugang zu bezahlbarem Wohnraum. Die explodierenden Mietpreise und der Mangel an leistbarem Wohnraum treiben immer mehr Menschen in die Obdachlosigkeit. Die Grünen hatten bereits mehrere Anträge zum Thema Wohnungs- und Obdachlosigkeit eingebracht, unter anderem die Forderung nach einem Aktionsplan gegen Armut in Tirol oder auch einen Maßnahmenplan gegen Obdachlosigkeit in Tirol. Es fehle an Housing-First Angeboten und an leistbaren Wohnungen. Aktuell sind 365 Frauen mit 141 Kindern auf einer Warteliste für akut benötigten Wohnraum. „Was wir brauchen, sind kleinere Unterkünfte mit Tagestruktur und mehr Beratungen. Ziel muss sein, den Zustand der Obdachlosigkeit zu beenden“, so Arslan abschließend.