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11.08.2026 Presse

Mieterhöhung: Nächster Nackenschlag für MCI

Mann liest Zeitung

Mieterhöhung: Nächster Nackenschlag für MCI

Arslan: „Das Land Tirol agiert als Geldgeber und trägt das Risiko, kennt aber nicht einmal die Mietverträge“

 

Neues Ungemach droht dem Management Center Innsbruck, wie seit heute durch kursierende Schreiben bekannt wurde. 500qm angemietete Flächen des MCI in der Kaiserjägerstraße sollen sprunghaft von bisher 17,50 Euro auf 32,40 Euro pro Quadratmeter erhöht werden – ein Plus von rund 85 Prozent und ohne bauliche Verbesserungen. Verantwortlich dafür ist ein Eigentümerwechsel. Der neue Investor drängt das MCI und damit das Land Tirol in zusätzliche Abhängigkeiten bei der Weiterentwicklung des Standorts MCI I.

 

 

„Das Land Tirol finanziert das MCI mit Millionen an Steuergeld, wirkt aber bei zentralen Entscheidungen wie ein ahnungsloser Passagier. Wer fährt dieses Auto eigentlich? Das Land zahlt die Rechnungen, kennt aber weder die Verträge noch die Risiken und offenbar auch nicht die Richtung“, kritisiert die Grüne Landtagsabgeordnete Zeliha Arslan.

 

 

Bereits in einer Anfragebeantwortung vom April 2025 räumte die Landesrat Philip Wohlgemuth ein, dass er die Mietverträge der MCI-Standorte gar nicht kenne. Trotzdem ging er schlicht davon aus, dass dort lediglich „vergleichbare Wertsicherungsklauseln“ gelten würden, wie der Anfragebeantwortung zu entnehmen ist. Eine belastbare Einschätzung möglicher Mietsteigerungen fehlte ebenso wie fertige Sanierungs-, Finanzierungs- und Lebenszykluskostenberechnungen für die einzelnen Standorte.

 

 

„Das ist kein verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeld, sondern finanzpolitischer Blindflug. Und es reiht sich nahtlos in den Murks um die Erweiterung des MCI. Statt dass sich das MCI auf die Weiterentwicklung und den Ausbau des Wissenschaftsstandorts kümmern kann, ist ständig Feuer am Dach. Und die werden nur größer werden, wenn die Landesregierung trotz aller Warnungen die Alte Post als neuen Standort realisiert“, warnt Arslan.

 

Besonders brisant seien die aktuellen Entwicklungen mit dem Hintergrundwissen, dass der ursprünglich geplante MCI-Neubau als zu teuer eingestuft wurde und von Landeshauptmann Mattle abgesagt wurde. „Man hätte sich viel Ärger ersparen können, wenn man den Bau selbst realisiert hätte oder mit der Bundes-Immobilien-Gesellschaft (BIG) eine Einigung erzielt hätte“, kritisiert Arslan. Denn die jetzige Sanierungsvariante fuße großteils auf privaten Mietobjekten. „Am Ende werden die Steuerzahler:innen Länge mal Breite dafür zahlen. Dem Wissenschaftsstandort wird hier ein Bärendienst erwiesen“, sagt die Grüne Landtagsabgeordnete.

 

Es trete genau jenes Risiko ein, vor dem die Opposition immer gewarnt habe. „Wer eine Hochschule dauerhaft von privaten Immobilieneigentümern abhängig macht, gibt Kostenkontrolle und Entwicklungsmöglichkeiten aus der Hand. Denn private Eigentümer verfolgen legitimerweise ihre wirtschaftlichen Interessen. Diesen Vorwurf muss sich die Landesregierung gefallen lassen“, so Arslan.

 

Die Tiroler Grünen fordern die sofortige Vorlage sämtlicher Mietverträge, eine vollständige Risikoanalyse aller MCI-Standorte sowie verbindliche langfristige Vereinbarungen über Mietentwicklung, Sanierungskosten und Mitspracherechte. „Bevor weitere Millionen in fremde Immobilien fließen, muss geklärt sein, wer künftig über Kosten und Entwicklung des MCI entscheidet. Das Land darf nicht länger nur die Kreditkarte hinhalten.“

 

Zeliha Arslan
Zeliha Arslan

Landtagsabgeordnete, Mitglied Landesvorstand (Klub), Delegierte zum Erweiterten Landesvorstand

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