Landwirtschaft: Ja zu Soforthilfen
Landwirtschaft: Ja zu Soforthilfen und ja zu einem Paradigmenwechsel im Land
Grüne zeigen sich offen für Sonderlandtag und fordern klimafitte Förderprogramme und die gscheide Jause als Absatzgarantie für Landwirt:innen
Für die Tiroler Grünen müsse der heurige Sommer mit Hitze, Dürre und Unwettern zu einem vollständigen Umdenken führen. „Die Klimakrise ist bittere Realität. Klimaschutz darf daher nicht länger ein Randthema sein, wie es die ÖVP gerne herunterspielt. Oder gar geleugnet werden, wie es die FPÖ macht. Es braucht unmittelbar rasche Hilfen, allen voran für die Landwirtschaft, und langfristig endlich konsequenten Klimaschutz“, sagt Landwirtschaftssprecherin Petra Wohlfahrtstätter.
Ein Sonderlandtag könne ein Startschuss sein, insofern zeigen sich die Grünen offen für die Initiative des Unabhängige Bauernverband (UBV). „Jede Initiative, die die Ursachen und Folgen der Erderwärmung bekämpft, hat unsere Unterstützung“, so die Grüne Landtagsabgeordnete.
Die Grünen sehen angesichts von 45 Millionen Euro an Dürreschäden in Tirol die Notwendigkeit, den Landwirt:innen unter die Arme zu greifen. „Ein Hitzeschutzfonds und andere Sofortmaßnahmen können ein Beginn sein. Gleichzeitig sollten wir endlich aufhören, so naiv zu sein und immer nur kurzfristig zu löschen, wenn es lichterloh brennt. Denn die nächsten Jahre werden nicht rosiger. Wir müssen jetzt in Förderprogramme für landwirtschaftliche Wasserspeicherung und wassersparende Bewässerung investieren, in Maßnahmen zur Förderung humusreicher und wasserspeichernder Böden sowie in ein Programm für trockenheits- und hitzetolerante Grünlandmischungen, Futterpflanzen und Kultursorten“, führt Wohlfahrtstätter aus.
Die Grünen Bäuerinnen und Bauern fordern diese Maßnahmen und etliche weitere schon lange, aber der Bauernbund als dominierende Kraft in der Landwirtschaftskammer setze sich bisher darüber hinweg. „Dieser Sommer ist genau das, was uns die Klimaforschung schon lange prognostiziert. Es muss jetzt gehandelt werden, bevor es ganz zu spät ist“, fordert die Abgeordnete.
Des Weiteren brauche es einen Schulterschluss zwischen Landwirtschaft und Konsument:innen: „Die Marktmacht der Supermarktketten und die angespannte finanzielle Lage vieler Haushalte ergeben eine toxische Mischung für die heimische Landwirtschaft. Klar, wer sparen muss, kauft billiges Fleisch und billige Milch aus meist nordeuropäischer, industriell betriebener Landwirtschaft, und die heimischen, kleinstrukturierten Betriebe schauen durch die Finger. Unsere Initiative der g’scheidn Schuljause ausschließlich von Tiroler Landwirt:innen könnte sofort umgesetzt werden und eine Win-win-Situation schaffen: Absatz zu fairen Preisen statt Abhängigkeit von Förderungen, kurze Wege und regionale Schulverpflegung für unsere Kinder.“