Kinderbetreuung: Erheblicher Aufholbedarf im Bezirk Reutte
Kinderbetreuung: Erheblicher Aufholbedarf im Bezirk Reutte
Tiroler Grüne fordern raschen Ausbau der Kinderbetreuung im Bezirk Reutte
Nach der Veröffentlichung der Zahlen zur Kinderbetreuung in Österreich durch Statistik Austria haben sich die Tiroler Grünen letzte Woche die Daten für Tirol genauer angeschaut und Forderungen aufgestellt. Besonders schlecht schneidet der Bezirk Reutte ab – Tirol-weit liegt der Bezirk vor Lienz an vorletzter Stelle bei der Kinderbetreuung von Drei- bis Fünfjährigen.
„Der Bezirk Reutte hat seit Jahren das Problem, dass immer mehr junge Menschen und Familien abwandern. Doch gerade für junge Familien ist die Kinderbetreuung oft ein wichtiger Entscheidungspunkt, in welcher Gemeinde sie wohnen möchten. Damit der Bezirk Reutte langfristig ein attraktiver Standort zum Wohnen wird, brauchen wir dringend einen bezirksweiten Ausbau der Kinderbetreuung“, sagt Margit Dablander, Grüne Bezirkssprecherin von Reutte.
Die Zahlen zeigen, wie schlecht das Angebot im Bezirk Reutte tatsächlich ist: Landesweit (Tirol) sind 52,7 % der Drei- bis Fünfjährigen in VIF-konformen Einrichtungen. Im Bezirk Reutte liegt der Wert deutlich darunter – bei lediglich 22,1 %. Schlechter ist nur Lienz mit 13,8 %, danach kommt Imst mit 24,2 %. Die Tiroler Grünen verweisen zugleich darauf, dass es in Tirol besser funktionieren kann – Kufstein und Schwaz zeigen das: Hier werden rund 70 % der Drei- bis Fünfjährigen in VIF-konformen Einrichtungen betreut.
Die Grünen Tirol fordern nun gemeinsam mit der Grünen Bezirksgruppe Reutte die Landesregierung und die Gemeinden auf, die Kinderbetreuung rasch auszubauen. „Während ganztägige Kinderbetreuung in anderen Bundesländern wie Oberösterreich oder Wien Standard ist, werden Tiroler:innen wie eine Zitrone ausgequetscht. Immer noch ist für Familien gerade die Ferienbetreuung eine extreme Herausforderung – ohne Plan B und C geht bei vielen Familien nichts“, so Zeliha Arslan, Familiensprecherin der Tiroler Grünen.
Die Tiroler Grünen verweisen auch auf die fehlende Finanzierung: Sowohl Gemeindeverband als auch Städtebund haben das Land bereits eindringlich zu zusätzlichen Finanzierungsmitteln aufgefordert.
„Wir wollen Klarheit: Daher haben wir eine parlamentarische Anfrage eingebracht, in welcher Höhe die 15a-Mittel für die Elementarpädagogik – die wir Grüne während unserer Regierungsbeteiligung auf den Weg gebracht haben – von den Ländern abgerufen wurden und wofür sie eingesetzt wurden. Die Bundesregierung muss aus dem Dornröschenschlaf aufwachen und liefern. Familien dürfen nicht länger im Stich gelassen werden“, fordert Nationalratsabgeordnete und Familiensprecherin Barbara Neßler.