17.08.2026
Presse
Hoher Frauentag: niedriger Frauenanteil
Hoher Frauentag - niedriger Frauenanteil bei Landesausszeichnungen
Frauenanteil mit 29% unter einem Drittel – Arslan fordert Geschlechterstatistik und Überarbeitung des Auswahlverfahrens
„Es ist zwar Hoher Frauentag, aber sobald es zu den Landesauszeichnungen kommt, herrscht ein extrem niedriger Frauenanteil vor. Das zeigt einmal mehr wie weit wir in Tirol von echter Gleichstellung weg sind. Es fehlt nicht nur die faktische Gleichstellung in der Arbeitswelt und in der Care-Arbeit, sondern auch bei der öffentlichen Anerkennung von Leistungen“, kritisiert die Frauensprecherin der Tiroler Grünen, Zeliha Arslan, die deutliche Männerdominanz bei den diesjährigen Landesauszeichnungen. Eine Auswertung der veröffentlichten Liste der 2026 ausgezeichneten Personen zeigt, von insgesamt 201 mit Verdienstmedaille, Verdienstkreuz oder Lebensrettungsmedaille ausgezeichneten Personen sind lediglich 58 Frauen und 143 Männer. Der Frauenanteil liegt damit bei nur 28,9 Prozent. Bei den Verdienstmedaillen wurden 38 Frauen und 98 Männern geehrt- nicht einmal drei von zehn Geehrten sind Frauen. Bei den Verdienstkreuzen liegt der Frauenanteil mit 39,5 Prozent nur geringfügig höher.
Arslan betont, dass sie keinem Mann die Verdienste absprechen wolle. „Jeder Ausgezeichnete hat es sich Anerkennung verdient. Die entscheidende Frage ist eine andere: Warum schaffen es die Leistungen von Frauen offensichtlich viel seltener bis zur Landesauszeichnung? Frauen leisten jeden Tag Außergewöhnliches – in Vereinen, Gemeinden, Kultur, Wissenschaft, Sozialbereich, Pflege, Bildung, Wirtschaft und Ehrenamt, oft zusätzlich zur unbezahlten Care-Arbeit zuhause. Wenn sie bei den höchsten Formen öffentlicher Anerkennung derart unterrepräsentiert sind, müssen wir uns das Vorschlags- und Auswahlverfahren anschauen“, so Arslan.
Sie fordert deshalb eine jährliche transparente Geschlechterstatistik über Nominierungen und tatsächlich verliehene Landesauszeichnungen sowie eine Überprüfung des Nominierungsverfahrens. Gemeinden, Verbände, Institutionen und Organisationen müssten zudem noch ausdrücklicher dazu angehalten werden, Frauen gleichermaßen für Ehrungen vorzuschlagen. Gerade da Frauen immer noch den Großteil der Arbeit innerhalb der Familien leisten, müssen dies bei den Kriterien berücksichtigt werden. „Das passiert noch zu wenig, sonst wäre die Quote nicht so unzureichend“, schließt Arslan.