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14.07.2026 Presse

Hohe Mieten: Wie lange schaut Tirols Politik noch zu?

Mann liest Zeitung

Wohnwucher - wie lange schaut die Landesregierung noch tatenlos zu?

“Grüne wollen Gemeinnützige Wohnbauträger durch mehr Vorbehaltsflächen stärken – verpflichtende Mindestanteile und Monitoring in den Gemeinden etablieren

 

Die warnende Botschaft des Tiroler Obmanns der gemeinnützigen Bauvereinigungen ↗, Edgar Gmeiner, dass die Mietpreise in Tirol noch mehr durch die Decke schießen werden, dürfe nicht wie alle bisherigen Alarmzeichen ignoriert werden, reagiert heute die Grüne Wohnsprecherin Zeliha Arslan. „Der Tiroler Wohnungsmarkt ist längst nicht mehr angespannt, er ist überhitzt. Und die Landesregierung schaut weiterhin nur zu“, kritisiert die Tiroler Landtagsabgeordnete angesichts der ständig neuen Höhenflüge bei den Mieten in Tirol. Seit vier Jahren werde viel über leistbares Wohnen geredet, aber „politisch viel zu wenig weiter. Und noch schlimmer: Die Leerstandsabgabe wurde zwar erhöht, gleichzeitig aber für die Gemeinden auf Freiwilligkeit umgestellt. Die Baulandmobilisierungsabgabe ist seit Jahren angekündigt, aber immer noch ein Zankapfel in der Koalition. Gleichzeitig kaufen Freizeitwohnsitzbesitzer:innen und ausländische Investor Tirol auf“, zeigt Arslan einige die Baustellen auf.

 

Landeshauptmann Mattle habe wie beim Verkehr den Zeigefinger in alle Richtungen ausgestreckt, nur nicht auf sich selbst. „Die Kreditregelungen der Finanzmarktaufsicht hat Landeshauptmann Mattle in Dauerschleife kritisiert. Selbst hat er aber bis heute keine wirkungsvollen Maßnahmen gesetzt. Die Spirale dreht sich munter weiter“, so Arslan.

 

Dabei gebe es sehr wohl wirkungsvolle Hebel. Einer davon seien die Vorbehaltsflächen in jenen Gemeinden, die besonders stark nachgefragt werden. Diese Flächen sind zum Großteil für den geförderten Wohnbau vorgesehen, um leistbares Wohnen für die Tiroler zu ermöglichen. Ein Echtzeitmonitoring darüber, wie viele dieser Flächen bisher ausgewiesen und bebaut wurden, gibt es allerdings nicht. Die zuletzt bekannt gegebenen Zahlen zeigen, dass nur in einem Bruchteil der mittlerweile 178 Vorbehaltsgemeinden überhaupt entsprechende Flächen ausgewiesen wurden. Bis Dezember 2025 waren es insgesamt lediglich 66 Flächen. „Die Landesregierung erzeugt überhaupt keinen Druck auf die Gemeinden, für leistbaren Wohnraum zu sorgen. Und sie sorgt auch nicht für Transparenz. Statt einmal jährlich eine Widmungsbilanz vorzulegen, braucht es eine öffentlich zugängliche Plattform, auf der klar ersichtlich ist, wie es um die Vorbehaltsflächen in Tirol steht. Wenn sichtbar wird, welche Gemeinden Verantwortung übernehmen und welche nicht, wird sich auch etwas bewegen“, schlägt Arslan vor.

 

Die Grünen regen außerdem schon länger an, die Ausweisung von Vorbehaltsflächen mit einer Mindestvorgabe verpflichtend zu machen. Entscheidend sei nicht, wie viele Gemeinden offiziell „das Mascherl Vorbehaltsgemeinde“ tragen, sondern „wie viele Quadratmeter Grund und Boden tatsächlich für leistbaren Wohnraum zur Verfügung stehen“, so Arslan. Sie schließt mit einem dringenden Appell an die Landesregierung: „Wohnen ist ein Grundrecht, dem Sie viel zu wenig Beachtung schenken. Setzen Sie sich endlich für die vielen Mieter:innen in Tirol ein, die unter den enormen Wohnkosten stöhnen.“

Zeliha Arslan
Zeliha Arslan

Landtagsabgeordnete, Mitglied Landesvorstand (Klub), Delegierte zum Erweiterten Landesvorstand

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