Hitzewelle: Temporäre Gratis-Öffnung der Schwimmbäder & Seen
Hitzewelle: Grüne für temporäre Gratis-Öffnung der Schwimmbäder und Seen
Wohlfahrtstätter: „Das Hitzetelefon und Informationsbroschüren sind gut, aber es braucht mehr, um die Menschen durch die sengende Hitze zu bringen“
Die aktuelle Hitzewelle in Europa ist die bisher längste und schwerste seit Beginn der Aufzeichnungen. Und laut Meteorolog ist kein Ende in Sicht. Für den Körper bedeuten Temperaturen jenseits der 30 Grad puren Stress. Besonders ältere Menschen, Berufstätige im Freien und Bewohner von Quartieren mit hohem Versiegelungsgrad leiden unter der Hitze. Die Grünen schlagen daher die temporäre Gratis-Öffnung der Schwimmbäder und Seen vor. Konkret sollen die Schwimmbäder an extremen Hitzetagen für zwei Stunden gratis allen Gästen zur Verfügung stehen. „Eine kurze Abkühlung kann den Körper deutlich herunterkühlen. Die Eintrittspreise für eine kurze Abkühlung sind für viele eine Hemmschwelle. Das Angebot soll auf extreme Hitzetage wie aktuell beschränkt bleiben“, so die Grüne Gesundheitssprecherin zum Vorstoß.
Damit kein finanzieller Verlust bei den Schwimmbädern und den Gemeinden entsteht, solle das Land einen kleinen finanziellen Ausgleich unbürokratisch bereitstellen. Einer reflexartig ablehnenden Haltung und Ausreden über angebliche Gießkannen-Finanzierung dreht Wohlfahrtstätter sogleich den Hahn ab. „Es geht um eine unbürokratische Aktion an Hitzetagen für alle Menschen, die unter der Hitze leiden, von der Baustelle über stickige Büros bis hin zu kleinen Wohnungen ohne Dämmung und Kühlung“, so die Grüne Landtagsabgeordnete.
Die Grünen sehen den Vorstoß als aktiven Vorschlag gegen die akute Hitze, der über die bisherige Tätigkeit der Landesregierung hinausgehe. „Es ist gut, dass es von der Tiroler Landesregierung endlich einen Hitzeschutzplan gibt. Aber das reicht nicht“, fordert Wohlfahrtstätter konkrete Maßnahmen. Die Grünen schlagen vor, gekühlte Räume ohne Konsumationszwang für hitzegeplagte Passant im ganzen Land zu öffnen. Auch mehr Trinkbrunnen, insbesondere entlang der Radstrecken, seien eine Maßnahme, die man ins Auge fassen könne. „In vielen Gemeinden gibt es gar keinen Brunnen, oder er ist weit entfernt von den Radstrecken. Ein positives Beispiel ist der recht neue Brunnen bei Wattens, der direkt an der Strecke liegt und von vielen Radfahrer dankend angenommen wird“, berichtet die Grüne.
Die Hitzeschutzverordnung des Bundes müsse überarbeitet werden, damit lokale Behörden die Möglichkeit bekämen, das Arbeiten im Freien per Verordnung zu untersagen. Zwar regle die neue Hitzeschutzverordnung des Bundes, dass Arbeiten ab einer Lufttemperatur von 32,5 Grad im Sinne einer Wetterschicht eingestellt werden könnten. Dies sei aber keinesfalls verpflichtend. „Es muss den Behörden zukünftig auch die Möglichkeit gegeben werden, Arbeiten im Freien unter bestimmten Bedingungen einstellen zu lassen“, so die Grüne.
Mittel- und langfristig müsse man sich in Tirol auf die Hitze einstellen und den Schutz der Bevölkerung priorisieren. „Als Grüne haben wir in Innsbruck konkrete Maßnahmen wie Cooling Zones mit Sitzmöglichkeiten, Zugang zu WC und Trinkwasser sowie Wasserspendern über die Stadt verteilt vorangetrieben. Davon wird es in Zukunft noch mehr im ganzen Land benötigen“, so die Grüne Landtagsabgeordnete.
Als passable Ergänzung sieht Wohlfahrtstätter das Hitzetelefon des Bundes. „Es ist schön und gut, dass es das gibt, aber was soll ich machen, wenn mein Arbeitgeber mir keine flexibleren Arbeitszeiten gewährt und ich in der prallen Sonne arbeiten muss? Hier werden Gefahren nicht erkannt. Weite Teile der Politik haben die Erderhitzung jahrzehntelang kleingeredet und jetzt verweigern sie die Auseinandersetzung mit konkreten Hitzeschutzmaßnahmen“, ssagt Wohlfahrtstätter.
Die Grünen hoffen auf positive Resonanz vonseiten der Landesregierung und rasches Handeln. „Die Landesregierung muss der unter der Hitze leidenden Bevölkerung zeigen, dass sie die Extremlage erkennt und akute Maßnahmen ergreift. Eine erste wäre die kostenlose Öffnung der Schwimmbäder für zwei Stunden. Das System der Cooling Zones muss je nach Bebauungsdichte auf ganz Tirol ausgeweitet werden und alle maßgeblichen Akteure müssen in die Ausarbeitung eines echten Hitzeschutzplans für Tirol eingebunden werden“, fordert die Grüne Gesundheitssprecherin.