Grüne drängen auf „Hitzeschutz-Ampel“ in Klassenzimmern
Grüne drängen auf „Hitzeschutz-Ampel“ in Klassenzimmern
Arslan: „Unsere Kinder brauchen einen einheitlichen Hitzeschutz“
Nicht „aussitzen“ verlangen die Tiroler Grünen beim Thema Hitze in den Klassenzimmern von der Landesregierung, auch wenn die Sommerferien vor der Tür stehen. In mehreren Tiroler Schulen heizten sich die Klassenräume in der letzten Hitzewelle über 30 Grad Innentemperatur auf. Zwei Tiroler Schüler:innen starteten sogar eine Petition auf hitzefrei. Die Tiroler Grünen fordern nun einheitliche Hitzeschutzstandards, die auch von Bildungsminister Wiederkehr auf positive Resonanz gestoßen sind.
Ein Dringlichkeitsantrag wurde im Landtag angenommen, aber in den Ausschuss verwiesen. „Die Schüler:innen und Lehrer:innen brauchen vor der nächsten Hitzewelle Klarheit, wann der Unterricht nicht mehr zumutbar ist. Hier ist die Landesregierung und die Bildungsdirektorin gefordert rasch einheitliche Regelungen zu etablieren. Denn Hitze macht keine Sommerpause und sie wartet auch nicht bis zur nächsten Ausschusssitzung. Wer im Herbst über Hitzeschutz reden will, hat den Ernst der Lage nicht verstanden. Die Schülerinnen und Schüler brauchen Lösungen jetzt und nicht erst nach den Ferien.“
Im Moment gibt es keine derartigen Standars, „was teils zu unerträglichen Zuständen für die Kinder geführt hat“, drängt Arslan auf Hitzeschutz-Standards. Für die Grünen sei klar, dass mit jedem Grad mehr die Lernfähigkeit sinke. „Ab 27 Grad Innentemperatur wird es unerträglich. Da ist kein Kind mehr aufnahmefähig. Unterrichtsverkürzungen, die Verlegung der Stunden in kühlere Räume und digitale Formate sollten hier zum Mindeststandard gehören. Wenn all das nicht möglich ist, dann sollte hitzefrei ermöglicht werden“, so die Grüne Bildungssprecherin.
Konkret könnte eine Hitzeschutz-Ampel mit vier Stufen eingeführt werden, schlagen die Grünen vor:
GRÜN -> Bis 27 Grad: Unterricht ohne Einschränkungen möglich
GELB -> 27-30 Grad: Unterricht eingeschränkt möglich – Verlegung des Unterrichts
ORANGE -> 30-35 Grad: Unterricht stark eingeschränkt – Verkürzung und Alternativen
ROT -> ab 35 Grad: Unterricht in den betroffenen Räumen unzulässig – verpflichtend Hitzefrei
Entgegen der landläufigen Meinung sprechen sich die Grünen außerdem für die Nachrüstung mit Klimaanlagen in den Schulen aus, sofern es Sinn hat. „Die Hitzewellen werden weiter zunehmen und uns alle vor extreme Herausforderungen stellen. Da ist es nur klar, dass wir Gebäude wie ältere Schulen mit Klimaanlagen ausstatten werden müssen.“, so Arslan, die abschließend daran erinnert, dass es mit der Anpassungsmaßnahmen nicht getan sein wird. „Wir können einen Raum kühlen, aber nicht die Welt einfach wieder runterkühlen. Ohne mehr Anstrengung beim Klimaschutz wird es nicht gelingen. Die letzte Hitzewelle sollte daher Weckruf für die Landesregierung und die Bundesregierung sein, alle Hebel in Bewegung zu setzen“, schließt Arslan.