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13.08.2026 Presse

Gastpatient:innen-Debatte symptomatisch für Reformstau

Mann liest Zeitung

Gastpatient:innen-Debatte symptomatisch für Reformstau

Wohlfahrtstätter: „Jede Woche wird ein neuer Vorschlag ventiliert – ohne dass die Patient:innen tatsächlich eine bessere Versorgung haben“

 

Der kurzfristigen Euphorie über die Gastpatient:innendebatte kann die Grüne Gesundheitssprecherin Petrra Wohlfahrtstätter insgesamt wenig abgewinnen. „Ja, eine direkte Verrechnung wäre ein Schritt nach vorne. Vor allem für Tirol, da wir mehr Patient:innen behandeln, als der aktuelle finanzielle Schlüssel vorsieht. Aber die aktuelle Debatte kann einen nur wundern. Vor acht Monaten wurde groß die Reformpartnerschaft ausgerufen mit zig Sitzungen und jetzt wird wieder medial eine neue Lösung für diesen Teilbereich von den Landeshauptleuten ventiliert, ohne dass es im Ansatz eine Einigung gibt. Die Österreicher:innen erwarten sich eine Verbesserung im Gesundheitsbereich, die in trockenen Tüchern ist und nicht noch mehr heiße Luft“, reagiert Petra Wohlfahrtstätter.

 

Die Reformpartnerschaft verkomme immer mehr zu einem ungewollten Satireprojekt. „ÖVP und SPÖ zeigen einmal mehr, dass sie gefangen in ihrem Machtdenken unfähig sind Österreich voranzubringen. Statt dass verhandelt und dann ein Ergebnis präsentiert wird, werden im Wochenabstand neue Ideen medial verkündet, die dann gleich wieder in der Schublade laden. So kann es nicht weitergehen“, sagt Wohlfahrtstätter zur Gesamtsituation.

 

Das österreichische Gesundheitssystem stecke im Schrebergartendenken der unterschiedlichen Player fest. „Die ursprüngliche Prämisse „Finanzierung aus einer Hand“ war richtig. Damit würden sich ganz viele Probleme lösen – auch jenes der Gastpatient:innenverechnung. Dass so eine Reform nicht von heute auf morgen umgesetzt werden kann und es Zwischenschritte benötigt ist klar, aber das eigentliche Ziel wurde längst aus den Augen verloren“, bilanziert die Grüne Landtagsabgeordnete.

 

Das verschachtelte Konstrukt der aktuellen Gesundheitsfinanzierung müsse mittelfristig entflechtet werden. „Das ist auch die klare Handlungsanleitung der Studie, die Landeshauptmann Mattle in Auftrag gegeben hat“, erinnert Wohlfahrtstätter. Sollte auch die Gastpatient:innen-Direktverrechnung keine Zustimmung finden, sei die Reformpartnerschaft endgültig gescheitert. „Meine Hoffnung, dass die Österreicher:innen bald im Alltag eine bessere Versorgung im Gesundheitsbereich erleben werden, ist sehr gering“, schließt Wohlfahrtstätter.

Petra Wohlfahrtstätter
Petra Wohlfahrtstätter

Landtagsabgeordnete, Delegierte zum Erweiterten Landesvorstand (Klub)

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