Skip to main content
    Barrierefreiheit
12.03.2026 Presse

Führt Deponie zur LKW-Belastung im Mittelgebirge?

Mann liest Zeitung

Führt Deponie zur LKW-Belastung im Mittelgebirge?

Grüne verlangen nachhaltiges Verkehrskonzept bei Vellenberg und Deponie-Raumordnungskonzept für ganz Tirol

 

 

 

„Führt die geplante Deponie Vellenberg zwischen Völs und Götzens zu einer LKW-Lawine mit bis zu 75.000 LKW durch das Mittelgebirge?“ fragt sich die Grüne Axamer Gemeinderätin Gabriele Kapferer-Pittracher. „Ich habe noch keinerlei Garantie gesehen, dass die An- und Ablieferung auf dem kürzesten Weg passieren soll. Noch mehr belastenden LKW-Verkehr durch Götzens, Birgitz und Axams können wir nämlich wirklich nicht brauchen.“

 

In den nächsten 15 Jahren soll in Vellenberg unterhalb von Götzens Bodenaushub im Ausmaß von 370.000 Kubikmeter abgeladen werden. Das entspricht rund 75.000 zusätzliche LKW Fahrten rund um das bereits stark frequentierte Mittelgebirge. Der Grüne Klubobmann Gebi Mair versteht die Sorgen vor Ort: „Lärm, Staub und Stau durch die Dörfer, das will wirklich niemand. Es ist im Mittelgebirge für Kinder schon schwierig, die Straße gefahrlos zu überqueren. Schwerlast-LKWs von und zur Deponie Vellenberg machen die Situation dabei nicht besser.“ Aus allen Gemeinden rund um die geplante Deponie gibt es derzeit besorgte Stimmen über die vielen LKW Fahrten in den Orten und gefährliche Situationen an der Einmündung. Auch Völs und Mentlberg können nicht unendlich viel LKW-Belastung ertragen. Direkt durch die Ortskerne im Mittelgebirge ist aber jedenfalls eine denkbar ungünstige Lösung für den Lieferverkehr.

 

Mair und Kapferer-Pittracher verlangen daher klare Nachbesserungen beim Verkehrskonzept. „Und überhaupt müssen wir uns fragen, wo eigentlich die Steuerung und Planung bei den Deponien in Tirol bleibt. Die schießen wie die Schwammerln an allen möglichen und unmöglichen Stellen aus dem Boden. Die Anrainerinnen und Anrainer haben dann die Belastung“, so die Grünen. Alleine in der näheren Umgebung westlich von Innsbruck seien 22 weitere aktive Deponieplätze. In ganz Tirol sind freie Deponie-Kapazitäten, die für nächsten 9,6 Jahre ausreichen und in Innsbruck-Land für die nächsten 5 Jahre. „Von einem Deponie-Notstand kann also keine Rede sein“, so Landesprecher Gebi Mair.

 

Auch der Völser Ersatz-Gemeinderat Markus Einkemmer sieht die Deponie Vellenberg äußerst kritisch. „Ich habe bisher noch kein Konzept gesehen, wie die Bevölkerung wirklich vor Belastung und Lärm geschützt werden soll, auch weil die geplante Deponie mitten durch ein Naherholungsgebiet führen wird. Wir wissen alle, dass es Deponien braucht, aber nicht ohne Konzept und ohne Plan.“ Hierbei sind sich alle Grünen einig: Tirol braucht ein Raumordnungskonzept für Deponien anstatt Wild-West-Planungen. „Derzeit hat man den Eindruck dass es nur darum geht ob ein günstiges Grundstück zur Verfügung steht. Von Bodenversiegelung bis Verkehrsbelastung, kein einziges Argument ist dann schlagend, wenn die Projekte behördlich verhandelt werden. Wir wollen bodensparend planen und die Verkehrsbelastung gering halten. Dafür braucht es Hirnschmalz und demokratische Entscheidungen und nicht nur Projektanten-Wünsche“, so Mair, Kapferer-Pittracher und Einkemmer unisono.

Gebi Mair
Gebi Mair

Klubobmann, Landtagsabgeordneter, Landessprecher, Mitglied des Landesvorstands

[email protected]
Beitrag teilen