Wipptalradweg: eine Zumutung für alle Radfahrer:innen
Wipptalradweg: Strecke bleibt über Jahre eine Zumutung für alle Radfahrer:innen
Mair: „8 Jahre Bauzeit für 16 km Strecke – das zeigt die Priorität dieser Landesregierung“
„Wenn man die Erwartungshaltung gegen null senkt, dann kann man der Ankündigung eines echten Radwegs von Matrei zum Brenner bis 2034 etwas Positives abgewinnen. Aber 8 Jahre Bauzeit für ca. 16 km Strecke – das kann doch nicht der Anspruch im Land sein. Es zeigt, wie stiefmütterlich Radwege in Tirol immer noch behandelt werden. Nur zum Vergleich: Das 600 Millionen Euro teure Fernpasstunnelprojekt wird in nicht einmal 5 Jahren inklusive Mautstationen realisiert“, ordnet der Grüne Mobilitätssprecher Gebi Mair die Freudenmeldung von LHStv. Philipp Wohlgemuth und Planungsverbandsobmann Florian Riedl ein.
Licht am Ende des Wipptalradwegs sei weit und breit nicht in Sicht. „Der Wipptalradweg ist von der Dimension her ein Zwergenprojekt, zieht sich aber länger als das milliardenteure Gigantenprojekt Brennerbasistunnel. Eine sinnvolle Verbindung von Innsbruck bis Matrei liegt nicht vor. Die Streckenführung über Aldrans und die alte Römerstraße ist vielleicht für trainierte Rennradfahrer:innen eine Option, als Alltagsradweg fällt sie aber durch. Und auf der anderen Seite über die Brenner-Bundesstraße via Stubaitalradweg und dann ab Schönberg ist ebenso keine sinnvolle Variante. Ich verstehe daher bis heute nicht, warum eine Streckenführung im Talbett entlang der Brenner-Bahnstrecke nicht realisiert wird“, regt Mair erneut an.
Die Vorteile entlang der Bahn lägen auf der Hand. „Die Neigung ist flach und damit für alle bewältigbar. Die Radfahrer:innen müssten zudem nicht direkt neben den Autos durchs Wipptal fahren, und außerdem ist diese malerische Strecke unten im Tal die beste touristische Werbung fürs Wipptal“, wirbt Mair für die Idee. Der Grüne Landessprecher, selbst Rennradfahrer, weiß außerdem um die Tücken der Strecke über die alte Römerstraße. „Es geht steil rauf und runter, mit engen Kurven und einspurigen Passagen. Gerade für Reisende auf der Strecke München–Venedig, die mit viel Gepäck unterwegs sind, ist dieser Weg gefährlich und unattraktiv“, sagt Mair.