04.02.2026
Presse
Windkraft: Standorte-Chaos beenden
Windkraft: Standorte-Chaos beenden
Land soll die Steuerung übernehmen und transparent und demokratisch geeignete Standorte auswählen
Angesichts der Meldungen über Windmessungen einer privaten Stiftung auf den Feldringer Böden melden sich die Tiroler Grünen mit der klaren Forderung nach öffentlicher Steuerung: „Das Chaos an Windkraft-Projekten in Tirol muss in geordnete Bahnen gelenkt werden. Das beginnt bei der Auswahl von Orten für die Windmessung durch das Land Tirol und geht hin zu eine raumordnerischen Ausweisung von Vorrang- und Ausschlusszonen für Windkraft in Tirol“, so der Grüne Klubobmann Gebi Mair.
Die Grünen haben im Landtag die Durchführung von Windmessungen durch das Land Tirol selbst beantragt. „Derzeit erfolgt die Auswahl von Standorten ausschließlich nach Interessen der Projeltbetreiber. Tatsächlich aber sollten Interessen der Energiewende, des Naturschutzes und des Tourismus gleichermaßen berücksichtigt werden“, ist für Gebi Mair eine sinnvolle Richtung eindeutig. „Wenn das Land Tirol selbst über Winddaten verfügt, dann kann auch eine öffentliche Diskussion darüber stattfinden, welche Orte für Windkraft in Tirol am besten geeignet sind.“
Windkraft stellt insbesondere im Winter eine notwendige Diversifizierung der Energieversorgung in Tirol dar. In jenen Monaten, in denen wenig Wasser und zu wenig intensive Sonneneinstrahlung verfügbar ist, bietet der Wind eine kostengünstige Alternative. Das Land Tirol verfügt derzeit aber über keine konkreten Winddaten an möglichen Standorten, sondern ausschließlich über Berechnungsmodelle. „Beim Monitoring von Pflanzen und Lebewesen ist ganz klar, dass Tirol selbst die entsprechenden Erhebungen in Auftrag gibt. Nur bei den Windmessungen entscheiden ausschließlich private Betreiber. Damit ist auch klar, dass die öffentlichen Interessen erst an späterer Position berücksichtigt werden“, ist die momentane Situation für den Grünen Klubobmann nicht befriedigend.
„Die schwarz-rote Koalition drückt sich bisher um eine klare Wind-Raumordnung im öffentlichen Interesse. Das führt zu viel Ärger und Frustration bei Anrainer:innen, Bürgerinitiativen und schlussendlich auch bei den Projektbetreibern von Windkraft. Klare öffentliche Vorgaben und eigene Windmessungen des Landes hingegen schaffen Transparenz und demokratische Entscheidungen. Daran mangelt es der aktuellen Landesregierung ganz entscheidend“, schließt Mair. Sein Antrag für Windmessungen durch das Land Tirol ist bereits den Landtagsausschüssen zugeleitet, sein Antrag für ein Schutzgebiet auf der Osttiroler Compedal auf der die E-Werke Assling einen Windpark planen, wird morgen im Tiroler Landtag debattiert.