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19.09.2025 Presse

Weltkindertag: Recht auf gesunde Ernährung für Kinder

Mann liest Zeitung

Weltkindertag: Recht auf gesunde Ernährung in Tiroler Bildungseinrichtungen

Tiroler Grüne fordern eine „g’scheide Jausn“ aus regionaler Landwirtschaft

 

Kinder haben laut Art. 24 der UN-Kinderrechtskonvention das Recht auf gesunde Ernährung. Während der globale Süden in vielen Teilen unter Mangel leidet, braucht es im globale Norden den Zugang zu Ernährungswissen, Unterstützung bei dessen Anwendung und medizinische Versorgung im Falle von Erkrankungen. In Österreich gibt es in diesem Bereich massive Versorgungslücken, die sich in den seit Jahrzehnten steigenden Zahlen ernährungsbedingter Erkrankungen bei Kindern sowie explodierenden Gesundheitskosten widerspiegeln.

 

Die Tiroler Grünen fordern daher zum internationalen Kindertag am 20. September die Einführung einer „g’scheiden“ Jausn“ für 3-14jährige Kinder in Bildungseinrichtungen – ausschließlich mit Produkten aus der regionalen Landwirtschaft, um die Wertschöpfung im Land zu halten und regionale Kreisläufe und Arbeitsplätze zu generieren. „Im Oktoberlandtag werden wir einen Dringlichkeitsantrag einbringen, mit der „g’scheiden Jause“ im Zuge der Einführung des Rechts auf Vermittlung eines Kinderbetreuungsplatzes für die Kindergärten einer ausgewählten Region als Pilotversuch zu starten“, berichtet Grünen-Gesundheitssprecherin Petra Wohlfahrtstätter.

Die Grünen touren diesen Sommer mit einer Kampagne durch Tirol – mit erfreulichem Feedback. „Bei mir haben sich schon etliche Produzent:innen gemeldet und gefragt, wo sie sich anmelden können. Natürlich musste ich sie vertrösten, denn noch ist die g’scheide Jause eine Vision, für die wir werben. Aber mit unserer Landtagsinitiative, wenigstens in einer Region und nur für die Kindergärten einmal gleich ab Anfang 2026 einen Pilotversuch zu starten, kommen wir der Vision einen Schritt näher – wenn die Regierungsparteien das wollen.“

Es gehe einerseits um die Versorgung der Kinder mit hochwertigen, regionalen und klimaschonenden Lebensmitteln, aber andererseits auch um Absatzwege für die Landwirtschaft, die dem Preisdruck des Handels und dräuender internationaler Abkommen wie MERCOSUR ausgesetzt ist. „Wir können nicht länger Konzerne unterstützen, die glauben, sich mit „territorialen Lieferbeschränkungen“ in kleinere Länder wie Österreich noch etwas dazu verdienen zu müssen und gleichzeitig zuschauen, wie die kleinstrukturierte heimische Landwirtschaft den Boden unter den Füßen verliert“, so Wohlfahrtstätter.

 

Was bedeutet die „g’scheide Jause“ konkret? Sie soll gesundheitsförderlich sein und den Lernerfolg der Kinder erhöhen, weil es einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Konzentrationsfähigkeit gibt, soll aber andererseits auch die regionale Landwirtschaft und einem regionalen Wirtschaftskreislauf unterstützen, sodass auch vom „g’scheiden“ Wirtschaften gesprochen werden kann. Im Zuge der öffentlichen Beschaffung soll das Land mittels bereits vorhandener Plattformen die Distribution übernehmen und die Eltern maximal einen kleinen Selbstbehalt bezahlen müssen. „Mit dieser Sachleistung könnten wir Familien in Zeiten der Lebensmittelteuerung zielgerichtet unterstützen und damit mehr Chancengleichheit für Kinder verwirklichen. Denken wir daran, dass Kinderrechte keine leeren Worte sein sollen, sondern wir die zukünftige Generation mit konkreten Taten beim Aufwachsen unterstützen sollen.“, so die Grüne Abgeordnete abschließend.

Petra Wohlfahrtstätter
Petra Wohlfahrtstätter

Landtagsabgeordnete, Delegierte zum Erweiterten Landesvorstand (Klub)

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