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22.01.2026 Presse

Mehr Primärversorgungseinrichtungen und Kassenstellen

Mann liest Zeitung

Wartezeiten beim Arzt - Grüne pochen auf mehr Primärversorgungseinrichtungen und Kassenstellen

Wohlfahrtstätter: „Die Antwort darf nicht die Flucht in die Zusatzversicherung sein, sondern liegt in der Verbesserung unseres solidarischen Systems“

 

Alles andere als überraschend und dennoch erschreckend sind die Ergebnisse der Erhebung zu den lange Wartezeiten bei Kassen-Ärzt:innen im Vergleich zu Wahlärzt:innen. Mit bis zu 13mal längere Wartezeiten in Kassenarzt-Praxen haben Österreicher:innen zu kämpfen. Dass eine private Versicherung die Daten erheben ließ, lege einen gewissen Hintergedanken nahe. „Die Antwort darf allerdings nicht die Flucht in die Zusatzversicherung sein, sondern liegt vielmehr in der Verbesserung unseres solidarischen Gesundheitssystems“, sagt die Gesundheitssprecherin der Tiroler Grünen Petra Wohlfahrtstätter dazu.

 

In einem solidarischen Gesundheitssystem gebe es Platz für die eine oder andere private Leistung, aber man könne nicht erst ausdünnen, was geht und Beitragszahler:innen praktisch dazu zwingen, für Routine-Untersuchungen und Behandlungen Wahlärzt:innen aufzusuchen.

 

Wohlfahrtstätter fordert von der ÖVP geführten Landesregierung angesichts der angespannten Lage endlich mehr Tempo ein. „Wir brauchen kostenlose gute Präventionsangebote flächendeckend, Anreizsysteme, wenn Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch genommen werden, bessere psychotherapeutische Versorgung und mehr Einbindung der Gesundheitsberufe bei der Planung. Das wären erste Schritte, um die Krankheitslast zu mindern, denn man muss es ehrlich sagen: die Menschen in Österreich zählen nicht zu den gesündesten und brauchen daher auch mehr Versorgung.“

 

Die Forderung von ÖGK-Vorsitzendem Peter McDonald nach Spitalsschließungen, um Kosten zu senken, lehnen die Grünen klar ab. „Es gab bisher keinen ernsthaften Reformvorschlag der ÖGK, dafür will man jetzt Krankenhäuser schließen, ohne im niedergelassenen Bereich gleichwertige Angebote aufgebaut zu haben. Besonders in Tirol wo die Primärversorgungzentren noch in den Kinderschuhen stecken und gleichzeitig immer weniger Kassenärzte verfügbar sind, würde sich das verheerend auswirken. Den Menschen bleiben ja nur die Spitäler, wo sie in den Ambulanzen stundenlange Wartezeiten auf sich nehmen müssen“, so die Grüne Landtagsabgeordnete.
Petra Wohlfahrtstätter
Petra Wohlfahrtstätter

Landtagsabgeordnete, Delegierte zum Erweiterten Landesvorstand (Klub)

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