28.01.2026
Presse
TIWAG-Wertschöpfung wird nach Ostösterreich und Deutschland
TIWAG-Wertschöpfung wird nach Ostösterreich und Deutschland verlagert
Endlich zugegeben: Winterlücke beim Strom nicht mehr mit bisheriger Strategie zu schließen
Die schwarzrote Energiepolitik in Tirol sind offensichtlich versäumte Jahre für die Energiewende, stellt der Grüne Klubobmann Gebi Mair fest. Die fehlende Energie-Raumordnung hat nun Folgen. Der Landesenergieversorger TIWAG kündigt in der Tiroler Tageszeitung an, seine Wertschöpfung aus Tirol nach Ostösterreich und Deutschland zu verlagern. „ÖVP und SPÖ haben sich geweigert, klare Regeln für Windkraft in Tirol aufzustellen. Private Unternehmen messen derzeit an allen möglichen geeigneten und ungeeigneten Standorten. Der Landesenergieversorger hingegen weicht mit der Windkraft-Aktivität überhaupt in andere Länder aus.“ Laut TIWAG-Vorstand Michael Kraxner werde intensiv der Einstieg in Windkraft-Unternehmen in Ostösterreich und in Deutschland geprüft.
„Es ist erfreulich, dass die TIWAG endlich zugibt, dass die Winterlücke beim Strom nicht mit Wasserkraftwerken geschlossen werden kann. Im Winter fehlt uns Strom in großem Ausmaß, der durch Wasserkraft auch bei den größten Bemühungen nicht produziert werden kann. Hier kommt die Windkraft ins Spiel, die für günstigeren Strom in Tirol sorgen kann“, sieht Gebi Mair eine wichtige Information im Kurswechsel der TIWAG.
Die Grünen hatten mehrfach Investitionen in TISOLAR und TIWIND im Landtag beantragt. Die entsprechenden Initiativen wurden über Jahre hinweg, zuletzt von der ÖVP/SPÖ Landesregierung verschleppt. Damit sei Tirol um Jahre zurückgefallen, während andere Energieunternehmen sich längst neu aufgestellt haben. „Die Folge der Versäumnisse der Landesregierung ist nun allerdings, dass die Wertschöpfung in andere Länder verlagert wird. Tiroler Gewerbebetriebe und Handwerker, die an Bau und Instandhaltung der Infrastruktur beteiligt sind, können damit in Tirol nichts verdienen. Die Arbeit wird in anderen Ländern erledigt. Was Tirol dafür allerdings brauchen wird, sind neue Strom-Autobahnen, um den anderswo produzierten Strom auch nach Tirol zu leiten. Für mich sind neue Stromleitungen keine besondere Schönheit, die wir anstreben sollten“, so Gebi Mair. Auch der geplante Pumpspeicher im Platzertal löst die Winterlücke der TIWAG beim Strom nicht, zudem wird er sich aufgrund der Sicherheitsrisiken durch auftauenden Permafrost um Jahre verzögern, falls er überhaupt realisiert wird.
Die Grünen pochen auf eine klare Energie-Raumordnung für Tirol. „Der fehlende Mut und die fehlenden politischen Entscheidungen von Landeshauptmann Mattle wirken sich negativ auf die Wertschöpfung, die Arbeitsplätze und die Energiesicherheit aus. Diversifikation in der Energieaufbringung ist keine Kür, sondern die Pflicht, um für die Zukunft gerüstet zu sein. TIWIND und TISOLAR braucht es auch in Tirol und nicht nur anderswo“ schließen die Grünen.