Schulalltag am Anschlag: Kürzungen beim Lehrpersonal
Schulalltag am Anschlag – Kürzungen beim Lehrpersonal verantwortungslos
Lehrer:innen an den Belastungsgrenzen – Grüne für Druck auf den Bund für Beibehaltung der Dienststellen
Laut Pflichtschullehrer:innengewerkschaft GÖD droht eine Streichung von rund 130 Dienststellen, wie gestern der ORF berichtet hat. Aufgrund der Unterfinanzierung des Bundes übernahm das Land hier hoheitliche Aufgaben. Nun droht die Streichung dringend benötigter Mittel in der Höhe von 8,5 Millionen Euro.
„Wer jetzt über Kürzungen im Bildungsbereich nachdenkt, hat die Realität an unseren Schulen nicht verstanden. Es gibt immer mehr Konflikte und Suspendierungen im Schulalltag. Lehrer:innen haben zunehmend mit extremen Belastungen zu kämpfen. Die Belastungsgrenzen sind hier oftmals überschritten“, spricht sich die Grüne Bildungssprecherin Zeliha Arslan gegen eine weitere Ausdünnung der Personaldecke aus.
Im Schuljahr 2024/2025 wurden in Tirol 160 Schülerinnen und Schüler suspendiert – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr mit 105 Fällen. Für Arslan ist das ein deutliches Warnsignal: „Diese Zahlen zeigen klar, dass Konflikte an Schulen zunehmen. Mobbing ist längst kein Einzelfall mehr, sondern tritt immer häufiger als Gruppenphänomen auf. Pädagoginnen und Pädagogen müssen heute nicht nur unterrichten, sondern auch Konfliktmanager:innen, Sozialarbeiter:innen und Kriseninterventionsstellen sein. Viele dieser Tätigkeiten absolvieren Pädagog:innen schon jetzt außerhalb ihrer bezahlten Tätigkeit“, so Arslan.
Die Tiroler Grünen fordern daher eine klare politische Priorität für Bildung. „Wenn die Tiroler ÖVP Druck auf die Bundesregierung machen muss, um ausreichend Mittel für unsere Schulen zu sichern, dann unterstützen wir das selbstverständlich. Aber eines ist klar: Bis dahin muss die Finanzierung gesichert werden. Kürzungen beim Lehrpersonal sind absolut inakzeptabel“, so Arslan. Gerade angesichts zunehmender Konflikte, psychischer Belastungen und gesellschaftlicher Krisen brauche es mehr Unterstützung für Schulen – etwa durch zusätzliche Lehrkräfte, Schulsozialarbeit und Präventionsprogramme. „Unsere Schulen sind kein Sparbudget. Sie sind die Grundlage unserer Gesellschaft. Wer hier kürzt, spart an der Zukunft unserer Kinder.“