Pflege: Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück
Pflege: Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück
Wohlfahrtstätter: „Wo bleibt die Überarbeitung des Strukturplans Pflege?“
Dass in der Pflege erneut Sparpläne im Raum stehen, sieht die grüne Gesundheitssprecherin Petra Wohlfahrtstätter kritisch: „Die Landesregierung machte mit dem sogenannten Normkostenmodell 2021 einen Schritt vor – und jetzt drohen wieder zwei Schritte zurück. Landesrätin Hagele hat viele Pläne, aber keiner davon führt in ruhiges Fahrwasser. Geld aus dem Finanzausgleich wurde noch unter Schwarz-Grün extra für die Pflege reserviert und wird auch valorisiert. Dass jetzt auf dem Rücken der Betroffenen gekürzt werden soll, ist ein Affront.“
Für die grüne Gesundheitsexpertin dürfe daher bei der Qualität keinesfalls gespart werden. „Wir warten immer noch auf die Überarbeitung des Strukturplans Pflege, so wie es der Rechnungshof eingefordert hat. Hier liegt viel Optimierungspotenzial“, sagt die Grüne. Der Landesrechnungshof hat in seinem Bericht zum aktuellen Strukturplan Pflege zahlreiche Mängel festgestellt: fehlende Leistungsvereinbarungen mit den Heimen, eine zu hohe Anzahl an Heimbewohner:innen ohne echten Bedarf sowie ein in Summe „rechnerisch nicht nachvollziehbarer“ Plan, wie Bedarf und Angebot in Einklang gebracht werden können.
Für die Grünen sei klar, dass eine älter werdende Gesellschaft auch Mehrkosten mit sich bringen werde. Das Konzept „mobil vor stationär“ werde dabei von den Grünen unterstützt. „Ältere Menschen sollen Wahlfreiheit haben und selbstbestimmt festlegen können, welche Betreuungsform für sie die richtige ist“, betont die Grüne. Das Land müsse dem Rechnung tragen – „und zwar so, dass keine Engpässe entstehen“.
Eine Kostenersparnis im Gesamtsystem sehen die Grünen durch bessere Präventionsangebote. „Dem Erfolgsmodell der ‚Community Nurses‘ wurde von der ÖVP keine Chance gegeben. Das ist für mich unverständlich, denn in Wirklichkeit sorgen diese Pflegekräfte durch frühzeitige Aufklärungs- und Unterstützungsarbeit dafür, dass ältere Menschen länger selbstständig den Alltag bestreiten können. Hier zu investieren spart langfristig Geld. Das sollte an oberster Stelle bei allen weiteren Überlegungen stehen“, so die Grüne abschließend.