Grüne Spitzenkandidatur: Kandidaten stehen fest
Grüne Spitzenkandidatur: Kandidaten stehen fest
Gebi Mair und Hermann Weratschnig setzen Tradition fort – Mitglieder wählen online – Kür findet bei der Landesversammlung am 25. April in Schwaz statt
Die Grünen Kandidaten für den ersten Listenplatz bei der nächsten Tiroler Landtagswahl sowie den Parteivorsitz stehen fest, berichtet Geschäftsführer Julius Weiskopf nach Ende der Bewerbungsfrist. „Gebi Mair und Hermann Weratschnig stellen sich der Wahl. Beide bringen viel politische Erfahrung sowie Fachwissen mit und haben die Tiroler Grünen schon bisher mitgeprägt. Die Wahl findet in der Woche der Landesversammlung online statt. Das Ergebnis wird auf der Landesversammlung am 25. April in Schwaz bekanntgegeben“, so Weiskopf.
Bei den Tiroler Grünen setzt sich damit die Tradition fort, dass die Spitzenwahl kein Soloakt ist. Seit 2008 fanden teils sehr knappe Rennen um die Spitze statt. 2008 setzte sich der damals amtierende Landessprecher Georg Willi mit 64,8 % gegen Christine Baur und Georg Pleger als Spitzenkandidat durch. 2012 war es dann zwischen Ingrid Felipe und Christine Baur denkbar knapp mit 53,3% zugunsten von Felipe. 2017 setzte sich Ingrid Felipe als amtierende Landeshauptmann-Stellvertreterin gegen Chris Veber mit 79% durch. Bei der vorgezogenen Landtagswahl 2022 gab es mit Gebi Mair/Petra Wohlfahrtstätter und Gabi Fischer/Georg Kaltschmid erstmals zwei Doppelspitzen bei den Grünen, die Mair/Wohlfahrtstätter mit 56% für sich entschieden. „Während in anderen Parteien im Hinterzimmer entschieden wird wer auf welchem Platz gesetzt ist, können sich die Mitglieder bei uns traditionell im Vorfeld ein Bild machen und dann in einer echten Wahl abstimmen. Konkurrenz und Kooperation schließt sich nicht aus bei den Grünen. Beide Kandidaten schätzen einander. Sie zeigen damit auch, dass sie mit Verantwortung sehr gut umgehen können“, streicht Weiskopf hervor.
Neu ist, dass die Funktion des Landessprechers an die Spitzenwahl gekoppelt ist. „Der Spitzenkandidat ist automatisch auch Landessprecher“, präzisiert Weiskopf. Die Kandidaten werden in den nächsten Wochen bei regionalen hearings die Gelegenheit haben sich zu präsentieren und sich den Fragen der Mitglieder zu stellen.
INFORMATION: Aus Respekt vor den Mitgliedern haben sich beide Kandidaten darauf verständigt, keine über die Bewerbungen hinausgehenden medialen Stellungnahmen abzugeben und den Austausch in den vorgesehenen internen Formaten (Hearings) zu führen. Vielen Dank für ihr Verständnis.
Statement Gebi Mair
„Politik lebt vom Wettbewerb der besten Ideen und von Persönlichkeiten. Nun haben die Mitglieder eine Auswahl. Ich hoffe auf ein starkes Zeichen der Einigkeit und darauf, dass wir das fortsetzen werden, was wir in den letzten zwei Jahren gemeinsam aufgebaut haben.
Wir sind eine Bewegung, in der sich Menschen engagieren, die gestalten möchten. Dafür haben die Mitglieder in den letzten zwei Jahren die Tiroler Grünen intensiv weiterentwickelt. Wir sind viel lebensnaher, smarter und zuversichtlicher als früher. Hier ist die Neupositionierung in vollem Gang. Auch ich habe mich weiterentwickelt, bin politisch gereift, landesweit bekannt und habe jede Menge Ideen, wie wir Tirol grüner gestalten können. Mit 42 liegen die besten politischen Jahre noch vor mir, und ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als die Grünen in die nächste Landtagswahl zu führen.
Die Kandidatur von Hermann kommt für mich wie für die meisten Mitglieder überraschend. Ich schätze Hermann als fachkundigen Politiker und nehme diese Herausforderung gerne an. Ich sehe für mich die Chance, noch mehr aufzuzeigen, dass die neue lebensnahe Ausrichtung der Grünen erfolgversprechend ist und dass ich als Zugpferd an der Spitze die richtige Wahl bin.“
Statement Hermann Weratschnig
„Meine Kandidatur ist ein Angebot an die Tiroler Grünen. Mit Erfahrung, Teamgeist und dem Ziel, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen, will ich die Mitglieder überzeugen. Seit meiner Tätigkeit im Schwazer Gemeinderat sowie auf Landes- und Bundesebene ist es mir wichtig, mit Sachpolitik Probleme der Menschen aufzuzeigen und an Lösungen zu arbeiten.
Die Tiroler Regierungskoalition verharrt im Stillstand. Wichtige Themen bleiben sprichwörtlich auf der Strecke, wie die Beispiele Ausbau der Zillertal- und Regionalbahn nach Völs zeigen. Die Anliegen der Bevölkerung zu hören, zu verstehen und mit Vertrauen zueinander einen Weg zu finden, ist meine Devise. Mit Verantwortung für ein ökosoziales Tirol müssen wir erhalten, was uns erhält, und verbessern, was notwendig ist.
Die Tiroler Grünen werden bei der nächsten Wahl kräftig genug sein müssen, um als Regierungspartner eine Option zu sein, die unsere nächste Generation dringend braucht. Denn mit populistischen, lauten Parolen und blauen Rülpsern wurde noch kein Problem gelöst, und niemandem geht es dabei besser. Es braucht Verlässlichkeit und Handschlagqualität.
Unabhängig vom Wahlausgang der Mitgliederentscheidung werde ich das Team für die kommenden Landtagswahlen mit voller Energie unterstützen. Basisdemokratie bedeutet auch, Solidarität zu leben und täglich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu arbeiten. In diesem Sinne geht es mir nicht um eine Gegenkandidatur zu Gebi Mair, den ich persönlich schätze, sondern ich stelle meine Erfahrung und meine Persönlichkeit zur Wahl.“