Wiederbelebung von Frauen zu lange ignoriert
Frauengesundheit: Wiederbelebung von Frauen zu lange ignoriert und relativiert
Arslan: „Die Initiative von Rettungsorganisationen ist endlich von Land und Stadt gehört worden – Frauengesundheit muss noch viel mehr ins Zentrum gerückt werden“
Positiv reagiert die grüne Frauensprecherin Zeliha Arslan auf die heutige Ankündigung von Rettungsorganisationen sowie der Stadt Innsbruck, weibliche Reanimationspuppen anzuschaffen und einen Schwerpunkt auf geschlechterspezifische Faktoren in der Ausbildung zu legen. Wie wissenschaftlich belegt ist, ist die Chance, wiederbelebt zu werden, bei Frauen deutlich niedriger als bei Männern. „Die Initiative der Rettungsorganisationen ist endlich von Land und Stadt gehört worden. Das ist erfreulich. Frauenkörper wurden viel zu lange in Männerschemata gepresst. Die Reanimationspuppen sind ein Beispiel. Das zeigt sich aber auch bei Herzinfarkten. Frauen haben ein höheres Sterberisiko, weil die Symptome andere sind als bei Männern und daher nicht immer korrekt erkannt werden. Wie in allen Gesellschaftsbereichen besteht auch in der Medizin noch sehr viel Aufholbedarf, bis Frauen gleich gute Behandlungschancen haben“, sagt Arslan.
Gerade deshalb werben die Tiroler Grünen den ganzen März über für mehr Frauenrechte und Frauengesundheit. „Wenn Symptome von Frauen weniger ernst genommen werden als von Männern, dann ist das kein individuelles Problem – sondern ein strukturelles. Frauengesundheit gehört stärker in den Fokus – mit mehr Geld, öffentlicher Aufmerksamkeit und strukturellen Änderungen, beginnend in der Ausbildung“, sagt die grüne Frauensprecherin.
Um zur Sensibilisierung beizutragen, haben die Tiroler Grünen für Verteilaktionen einen Menstruationssimulator angeschafft. „Hier können Regelschmerzen nachempfunden werden. Gerade das Thema Endometriose ist ein vielfach unterbeleuchtetes Thema. Diese Krankheit ist für viele Frauen sehr schmerzhaft. Gleichzeitig gibt es wenig Verständnis in der Gesellschaft, wenn Frauen wegen Menstruationsschmerzen z. B. im Job ausfallen. Das muss sich ändern. Ein Weg wäre eine bezahlte Freistellung während der Periode – und zwar ohne, dass dafür ein Arzt oder eine Ärztin für eine Krankmeldung aufgesucht werden muss“, fordert Arslan eine Verbesserung für Frauen.
Rund 10 Prozent der Frauen leiden unter einer chronischen Erkrankung, bei der sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter ansiedelt. Österreichweit sind das rund 300.000 Frauen. Vielfach wird Endometriose erst spät diagnostiziert. „Frauen leben also sehr lange mit extremen Schmerzen. Auch hier braucht es eine bessere Diagnostik. Eine Verbesserung wären mehr Kassenärzt:innen. Im Moment kommen 12.000 Patient:innen auf eine:n gynäkologische:n Kassenärzt:in. Das ist viel zu wenig“, kritisiert Arslan.