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26.02.2026 Presse

Equal Pay Day: 58 Tage unbezahlte Arbeit

Mann liest Zeitung

Arslan zu Equal Pay Day: „58 Tage unbezahlte Arbeit – so groß ist die Schlucht“

Tirol beim Gender Pay Gap 16 Tage später als der Österreichschnitt – Grüne fordern Ende der Geschlechterdiskriminierung und Gerechtigkeit am Lohnzettel

 

 

 

Jährlich wird mit dem Equal Pay Day auf die massiven Gehaltsunterschiede und die Geschlechterdiskriminierung zwischen Männern und Frauen aufmerksam gemacht. Tirol schneidet dabei besonders schlecht ab. Während der österreichweite Equal Pay Day heuer auf den 11. Februar fällt, müssen Frauen in Tirol statistisch gesehen nochmals um zusätzliche 16 Tage arbeiten, um gleich viel wie Männer zu verdienen. Der Vergleich auf EU-Ebene fällt noch dramatischer aus: Dort beträgt der Gehaltsunterschied laut Eurostat 12,2 Prozent. „58 Tage unbezahlte Arbeit – das ist keine Lücke, das ist eine Schlucht, die endlich zugeschüttet werden muss“, fordert Frauensprecherin Zeliha Arslan deutlich mehr politische Maßnahmen zur Gleichstellung.

 

Hinter der Schieflage stecke ein klares politisches Programm. „Rechte und konservative Kräfte blockieren Gleichstellung nicht aus Sachargumenten, sondern aus machtpolitischem Kalkül. Sie verteidigen Privilegien, statt Gerechtigkeit zu schaffen. Das muss endlich ein Ende haben. Tirol ist kein Besitzstand von ÖVP und FPÖ – wir leben in einer Demokratie, und die gehört allen, nicht nur jenen, die an alten Machtstrukturen festhalten“, so Arslan.

 

Mit Lippenbekenntnissen, wie sie die aktuelle Landesregierung betreibe, komme man nicht weiter. „Für echte Gleichstellung reichen zaghafte Maßnahmen nicht aus, sonst müssen wir in 100 Jahren immer noch auf Ungleichheit hinweisen. Wir brauchen endlich kostenlose, flächendeckende und ganzjährige Kinderbetreuung, verpflichtende Lohntransparenz in Betrieben ab 20 Mitarbeiter:innen, verpflichtende Gleichstellungsmaßnahmen in landeseigenen und landesnahen Unternehmen sowie eine massive Aufwertung von Pflege-, Sozial- und Bildungsberufen. Alles andere ist nicht nur sozialpolitisch falsch, sondern auch wirtschaftspolitisch kurzsichtig.“

 

Frauen bekommen nicht nur weniger bezahlt, sie leisten gleichzeitig auch noch den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit zu Hause, weil die Kinderbetreuung fehlt, und werden häufiger bei Beförderungen übergangen. Das alles führt dazu, dass Frauen häufiger von Altersarmut betroffen sind, zeigen die Grünen auf. „Das ist dreifach ungerecht. Hier braucht es jede politische Kraftanstrengung, um das endlich zu ändern“, so die Grüne Frauensprecherin. Einen Wandel benötige es auch in den einzelnen Berufssparten: „Jobs, in denen hauptsächlich Frauen tätig sind, werden massiv schlechter bezahlt als jene, in denen Männer arbeiten. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Arbeit eine höhere Verantwortung beinhaltet oder nicht. Der schlichte Fakt ‚Frau-Sein‘ reicht schon aus, dass in diesen Branchen weniger bezahlt wird“, kritisiert Arslan.

 

Aber nicht nur die Branchen seien das Problem. „Die gläserne Decke ist nach wie vor Realität. Frauen in Führungspositionen sind die Ausnahme. Selbst bei besserer Qualifikation bekommen nach wie vor Männer eher Führungspositionen“, berichtet Arslan. Die Gehaltsunterschiede wirken sich auf die Lebenszeit gerechnet massiv aus. Laut Berechnungen von Expert:innen entgehen einer Frau in 40 Arbeitsjahren Gehälter in Höhe einer kleinen Eigentumswohnung. Die im Schnitt um 40 Prozent niedrigere Pension ist dabei noch nicht einberechnet. „Wir müssen die patriarchalen Strukturen endlich hinter uns lassen“, sagt die Grüne Frauensprecherin.

Zeliha Arslan
Zeliha Arslan

Landtagsabgeordnete, Mitglied Landesvorstand (Klub), Delegierte zum Erweiterten Landesvorstand

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