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am 3. August

Tiroler Grüne: Leistbaren Wohnraum schaffen statt Investorenmodelle genehmigen

Stephanie Jicha, Georg Kaltschmid - Jicha und Kaltschmid nehmen säumige Gemeinden und Gemeindeverband in die Pflicht - „Es geht auch jetzt schon mehr als 50 Prozent sozialer Wohnbau“

Die immer weiter steigenden Mietpreise sind das Sorgenkind Nr.1 in der Tiroler Landespolitik. Trotz zahlreicher Maßnahmen der Landesregierung im Förderbereich, im Baurecht und im Grundverkehr steigen die Preise weiter an. Als zusätzlicher Preistreiber wirken die historisch niedrigen Zinsen und aktuelle Engpässe am internationalen Rohstoffmarkt.

Ein toxischer Mix, an denen auch die für Raumordnung zuständigen Tiroler Gemeinden ihren Anteil haben. Besonders die vielfach kritisierten touristischen Investorenmodelle, die sich immer größerer Beliebtheit bei Spekulanten erfreuen, befeuern die Grundstücks- und Wohnungspreise in Tirol. Von Grüner Seite kommt daher heute ein eindringlicher Appell an die Tiroler Gemeinden, dem Beispiel von Lech am Arlberg zu folgen und Investorenmodelle aus den Gemeinden zu verbannen. „Die einzigen, die von Chaletdörfern und menschenleeren Investorenmodellen was haben, sind die Finanzgeber. Weder sind sie aus touristischer Sicht sinnvoll, noch schaffen sie Arbeitsplätze. Und für den Wohnungsmarkt sind so und so eine Katastrophe, denn sie treiben die Grundstückspreise nach oben und nehmen die wenigen verfügbaren Grundstücke weg. Damit muss Schluss sein. Die Gemeinden können dem leicht einen Riegel vorschieben“, so Wirtschafts- und Tourismussprecher Georg Kaltschmid.

Die Grüne Gemeindesprecherin Stephanie Jicha nimmt Gemeindeverbandpräsident Ernst Schöpf in die Pflicht. „Der Gemeindeverband ist aufgefordert hier endlich tätig zu werden. Und zwar am besten durch einen Musterantrag inklusive rechtlich fundiertes Begleitschreiben, das an alle Gemeinden ergeht. Damit würde der Gemeindeverband ein für alle Tiroler*innen brennendes Thema vorantreiben, das klar in die Kompetenz der Gemeinden fällt“, so die Grüne.

Dass das Zurückdrängen von Investorenmodellen nur eine der vielen Stellschrauben ist, an der in Tirol gedreht werden müsse, ist für die Grünen klar. Ganz wesentlich sei der Vorrang für geförderten Wohnbau. „Die Gemeinden können bereits jetzt bei neuen Wohnprojekten den Anteil geförderter Wohnungen mit mehr als 50 Prozent festlegen. Das wird von Landesseite ganz klar begrüßt“, so Jicha mit Verweis auf Thaur, wo das bei Wohnprojekten mit notwendigem Bebaungsplan festgelegt wurde. „In Thaur gilt bei Projekten größer als 4 Wohneinheiten: 70 Prozent gefördert, 30 Prozent frei finanziert. Es geht also über die Vertragsraumordnung“, erklärt Jicha.

Den Vorstoß von SPÖ Chef Georg Dornauer für mehr geförderten Wohnraum wertet sie als Auftrag an die 25 SPÖ Bürgermeister*innen im Land. „Ich finde es gut, dass Dornauer sich selbstkritisch an seine SPÖ Kolleg*innen wendet und er sie dazu bringen will, den Anteil an leistbaren Wohnungen in ihren Gemeinden zu erhöhen.“​

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