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am 12. September

Mingler: „Wohnen wird nur leistbar, wenn wir an allen Stellschrauben drehen“

Michael Mingler - Tiroler Grüne weiterhin für Interessentenmodell - Zuspruch zu Zweitwohnsitzverbot

Alles andere als beendet sind für die Tiroler Grünen heute die Verhandlungen zur Einführung eines Interessentenmodells, das Wohn-Spekulation in Tirol ein für alle mal den Riegel vorschieben würde und worauf sich Tiroler Grüne und ÖVP im Jänner dieses Jahres im Rahmen des Wohnpaketes geeinigt hatten. Wie die Tiroler Tageszeitung heute berichtet, sei Landesrat Geisler von der Einführung eines Interessentenmodells abgerückt und präferiere eine Zweitwohnsitzverbot in Gemeinden mit mehr als 20 Prozent Freizeitwohnsitzen.

Für Wohnsprecher Michael Mingler ist ein Zweitwohnsitzverbot zwar an sich keine schlechte Idee, aber jedenfalls kein Ersatz für das Interessentenmodlell. Er spricht sich deshalb für beide Maßnahmen aus. „Das eine schließt das andere nicht aus. Wir müssen in Tirol an allen Stellschrauben gleichermaßen drehen. Das Zweitwohnsitzverbot kann, wenn es gut gemacht ist, vielleicht etwas bewirken, aber es deckt nur einen kleinen Teilbereich ab. Als Grüne wollen wir in Tirol der Spekulation endgültig den Riegel vorschieben. Es müssen diejenigen Menschen im Mittelpunkt unserer Politik stehen, die eine Wohnung benötigen und nicht ein attraktives Investment. Genau das soll das Interessentenmodell sicherstellen. Dass das Widerstand vonseiten der Wirtschaftskammer und der Investoren erzeugt, ist wenig überraschend, darf aber kein Hindernis sein. Das zeigt nämlich eher, dass wir genau am richtigen Weg sind“, so Mingler.

Das Interessentenmodell sieht vor, dass Wohnungen künftig nicht mehr als bloßes Investment gekauft werden, sondern in erster Linie für Wohnzwecke - und das zu einem angemessenen Preis. Es sollen deshalb diejenigen bei einem Immobiliengeschäft den Vorzug bekommen, die wirklich darin wohnen wollen. Das würde Preistreiberei durch all jene beenden, die nur ein lukratives Investment suchen und für die der Preis keine Rolle spielt. „Investoren sind mittlerweile in Tirol bereit, fast jeden Preis für eine Wohnung zu zahlen, solange die Rendite stimmt. Preise um die 300.000 € für eine normale Zweizimmerwohnung sind deshalb keine Seltenheit mehr. Die Tiroler*innen, die wirklich eine Wohnung benötigen, schauen da durch die Finger, weil sie sich das einfach nicht mehr leisten können. Das kann nicht in unserem Interesse sein“, erläutert Mingler und weist darauf hin, dass die Umsetzung dieses Modells rechtlich möglich ist: "Das hat der Europarechtler Obwexer in seinem Gutachten ganz klar festgestellt."

Er hofft daher weiterhin auf ein entschlossenes Vorgehen, so wie es vereinbart wurde. „Die Preisspirale am Wohnungsmarkt ist kein Naturgesetz, sondern hat eine ganz konkrete Ursache: falsche rechtliche Rahmenbedingungen. Wir wollen diese auf allen Ebenen ändern und werden nicht müde, mit voller Kraft für leistbares Wohnen zu kämpfen“,so der 28-Jährige Mingler, der selbst während seines Studiums aus Kostengründen jeden Tag über eine Stunde aus dem Gschnitztal nach Innsbruck pendelte.

Dass Wohnen in Tirol gerade für junge Menschen zu einer enormen finanziellen Belastung wurde, zeigt ein aktueller Immobilienpreisspiegel. Demnach ist Innsbruck mit 16,10 € pro Quadratmeter erneut die teuerste Landeshauptstadt Österreichs. Umgerechnet auf eine 50m² Wohnung bedeute das einen Mietpreis von über 800 Euro. Insgesamt finden sich 5 der 9 Tiroler Bezirke mit Mieten über 12,50 pro Quadratmeter im absoluten Hochpreissegment. „Bei diesen Preisen bleibt der Erwerb von Eigentum für diejenigen, die nicht auf ein fettes Erbe zählen können, sowieso ein bloßer Wunschtraum“, so der Jungpolitiker abschließend.​

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