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am 27. Juni

Tiroler Grüne: Volle Unterstützung für Proteste gegen 12-Stunden-Arbeitstag

Georg Kaltschmid - „Die Gesundheit steht auf dem Spiel, ehrenamtliche Tätigkeiten werden eingeschränkt und für die Familie bleibt auch keine Zeit“


Die zunehmenden breit getragenen Proteste gegen die 12-Stunden-Arbeitstagregelung der schwarz-blauen Bundesregierung finden bei den Tiroler Grünen vollen Anklang und Unterstützung. „Endlich wird gegen den schwarz-blauen Generalangriff auf Arbeitnehmer*innenrechte und sozialen Kahlschlag protestiert. Kurz und Strache agieren wie billige Handlanger von Wirtschaft und Industrie und haben einseitig den erfolgreiche österreichische Weg der sozialpartnerschaftlichen Kooperation verlassen. Das dürfen wir nicht hinnehmen“, solidarisiert sich der Grüne Arbeitssprecher Georg Kaltschmid mit den Protestbewegungen​, die sich in den letzten Tagen auch in Tirol gebildet haben.

Aus Sicht der Tiroler Grünen ist der 12-Stunden-Arbeitstag in der derzeit geplanten Form ein Anschlag auf die Lebensplanung der Menschen. „Das ist ein massiver Eingriff in das Leben von Menschen, gerade für all jene, die sich bewusst für regelmäßige Arbeitszeiten entschieden haben. Schwarz-blau will ihnen die vollständige Anpassung des Lebens an die Arbeit aufzwingen. Mit bis zu 12 Stunden Arbeit und nur mehr 8 Stunden Ruhezeit. Von Freiwilligkeit kann hier keine Rede mehr sein“, kritisiert der Grüne Abgeordnete.

Er sieht weitreichende Folgen, die auch vor dem Ehrenamt und Vereinswesen nicht halt machen werden. „Wie soll eine Probe der Musikkapelle abends stattfinden, wenn die Mitglieder künftig nie wissen können, ob der Arbeitgeber sie nicht länger in der Arbeit behält? Und wie soll jemand bei der Rettung nach der Arbeit tätig sein, wenn er nie fixe Zusagen machen kann?“, deckt Kaltschmid einige jener großen Unsicherheiten auf, die mit dem 12-Stunden-Arbeitstag im Privatleben einhergehen und den Individualismus in der Gesellschaft Vorschub leisten.

Schwarz-blau spiele auch mit der Gesundheit der Menschen. „Zahlreiche Studien​ belegen, welche langfristigen Schäden durch Überarbeitung entstehen. Arbeitnehmer*innen sind Menschen und keine Maschinen, die einfach angezapft werden können“, sagt Kaltschmid. Die Folgekosten für die Gesellschaft seien extrem hoch. „Zu tragen hat das dann erst recht wieder die Arbeitnehmer*innen, denen höhere Steuern aufgebrummt werden“, zeigt der Grüne den Teufelskreis auf, den Kurz und Strache in Gang setzen.

Für die Tiroler Grünen spreche grundsätzlich nichts gegen Flexibilität, aber sie müsse freiwillig erfolgen und im Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Es spreche daher alles für die Beibehaltung der derzeitigen Regelung, in der die Möglichkeit auf Mehrarbeit schon besteht, wenn sich Arbeitgeber und Betriebsrat einigen. „Das ist eine Lösung, die sich bewährt hat und die beide Seiten was bringt“, ist der Landtagsabgeordnete überzeugt.

Die Tiroler Grünen gehen davon aus, dass sich die Proteste ausweiten werden und geben sich kämpferisch. „Wenn alle Vereine, vom Fußballverband bis zu den Schützen realisieren, was das für sie bedeutet, dann wird sich ein Sturm ausbreiten, der schwarz-blau wegfegt. Und das wird nicht der letzte Gegenwind sein, der schwarz-blau zum Einlenken bewegen wird.“​


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