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am 28. April

Mehrwegquote: Grüne sehen Wendepunkt in der Plastikplage

Georg Kaltschmid - Kaltschmid in Richtung Wirtschaftsbund: „Fürchtet euch nicht“

Als einen Wendepunkt in der Plastikplage sieht der Grüne Wirtschaftssprecher Georg Kaltschmid das heute von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler vorgestellte Abfallwirtschaftsgesetz, das in Begutachtung geht. Besonders die von Grüner Seite geforderte verbindliche Mehrwegquote im Handel und das aus für gewisse Einweg-Plastikprodukte freut den Grünen Landtagsabgeordneten. „Das ist der Einstieg zum Ausstieg aus der Plastikplage, die uns in den letzten 20 Jahren geradezu überrollt hat. Ich bin froh, dass Ministerin Gewessler so ein ambitioniertes Gesetz vorgelegt hat und sich gegen die Widerstände aus Teilen der Wirtschaft im Interesse der Konsument*innen durchgesetzt hat“, so Kaltschmid, der auf mehrere Umfragen verweist, in dem der Kampf gegen Plastikmüll von der überwältigenden Mehrheit unterstützt wird.

Mit dem Gesetztestext erfüllen sich zwei der Hauptforderungen, die die Grünen in ihrer „Pfiat di" Plastikkampagne in Tirol zum Thema gemacht haben. Bei dem noch offenen Punkt eines österreichweiten Pfandsystems, sieht Kaltschmid die Debatte gerade erst beginnen. „Mit dem Pilotprojekt, das die Bundesregierung starten wird, ist der Fuß in der Tür. Und das ist meist ein gutes Zeichen“, so Kaltschmid. In Richtung Wirtschaftsbund, die in den vergangenen Wochen vergebens gegen die Novelle gewettert haben, richtet Kaltschmid aus: „Fürchtet euch nicht. Die Welt wird mit weniger Plastik eine bessere sein. Und die Unternehmen werden sich schnell umstellen."

Warum der Kampf gegen die Plastikplage so wichtig ist, zeigt ein Blick ins Lebensmittelregal. Plastik ist allgegenwärtig. Es gibt kaum ein Lebensmittel, das heute noch ohne die aus Rohöl hergestellte Verpackung produziert wird. Nach einer meist sehr kurzen Gebrauchszeit landet das ressourcenverschwenderische Produkt in unseren Meeren, auf riesigen Müllbergen und in Recyclinganlagen, wo es unter erneut viel Energieaufwand wiederverwertet wird. Auch in Tirol ist der Verbrauch hoch. 32 Kilogramm wird von jedeR Tiroler*in jährlich angehäuft. Trotz hoher Trennmoral in Tirol wird nur ein Drittel recycelt. Der Rest wird verbrannt. Müll, der nicht sein müsste.

Von der Gesetzesnovelle erhofft sich Kaltschmid, dass Plastikflaschen zurückgedrängt werden. Schätzungen gehen davon aus, dass alleine in Tirol 30 Millionen Plastikfalschen importiert werden. Waren noch 1990 gut 80 Prozent der Getränkeflaschen wiederverwendbar, schrumpfte der Anteil auf unter 20 Prozent. "Die Bierflaschen sind das einzige Segment, das nicht vom Pastikwahn erfasst wurde", sagt Kaltschmid. Er ist sich sicher, dass mit der verpflichtenden Mehrwegquote viele Plastikflaschen wieder aus den Regalen verschwinden werden. "Das ist gut fürs Klima und unsere Gesundheit."​

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