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am 25. Juni

Kaltschmid: „ WK-Präsident Walser muss klarstellen, ob die WK hinter der regionalen Wirtschaft steht - oder Billigfleisch die Mauer macht “

Georg Kaltschmid - Tiroler Grüne sehen fadenscheinige Argumentation gegen Herkunftsbezeichnung in der Gastronomie

Dass die Tiroler Wirtschaftskammer eine umfassende Herkunftsbezeichnung auch in der Gastronomie in der Tiroler Krone heute mit fadenscheidigen Bürokratieaufwand ablehnt, will der der Grüne Wirtschaftssprecher so nicht stehen lassen. Es sei erschreckend, dass der Tiroler Wirtschaftskammer offenbar die ausländische Fleischindustrie näher sei als die heimischen Produkte von Landwirt*innen und Metzgereien. Kaltschmid will nun von Wirtschaftskammerpräsident Walser wissen, ob das tatsächlich die Linie der Wirtschaftskammer während der schwersten Wirtschaftskrise der zweiten Republik ist. „Wie hält es die Wirtschaftskammer mit ihrem eigenen Versprechen, sich für die Stärkung der regionalen Wirtschaft einzusetzen? Wer die heimischen Betriebe und die Landwirtschaft stärken will, der kann sich nicht hinter bürokratischen Scheinargumenten verstecken, sondern muss über den eigenen Schatten springen“, so Kaltschmid.

Alles spreche aus Sicht von Kaltschmid für die Herkunftsbezeichnung in der Gastronomie. „Es unterstützt die heimischen Landwirt*innen. Es reduziert den Verkehr. Es stärkt das Bewusstsein für heimische Kost. Es steigert die Qualität. Und es schafft Transparenz für Konsument*innen“, zählt Kaltschmid auf.

Das einzige, das offenbar gegen die verpflichtende Kennzeichnung spreche, sei der Aufwand, es in der Karte anzuführen. „Das ist doch lächerlich“, kontert Kaltschmid. „In vielen Gasthäusern werden die Karten mittlerweile wöchentlich an die saisonalen Lebensmittel angepasst. Einen Satz dazuschreiben, woher das Fleisch und die Primärzutaten kommen, wird zu keinem Ermüdungsbruch des Gastronomen führen. Außerdem setzen die meisten Gastwirt*innen auf bewährte Zuliefererbetriebe. Wenn das Fleisch immer aus Österreich ist, dann müssen sie Karte also nie ändern“, so Kaltschmid.

Er verweist darauf, dass zahlreiche Wirt*innen schon freiwillig die Herkunft des Fleisches anführen, weil sie erkannt haben, dass es sich immer mehr Konsument*innen erwarten. „Für Restaurants und Wirtshäuser ist es ein Gütesiegel auf heimische Produkte zu setzen. Es signalisiert: wir setzen auf Qualität. Und wir schauen im Land aufeinander“, so der Grüne, der selbst ein Hotel führt und auf Kooperation mit Landwirt*innen aus der Region setzt. Was außerdem für ein einheitliches Regelwerk spreche, das für alle gelte:  "Mit der Verpflichtung erfolgen auch Kontrollmechanismen. Das ist derzeit nicht gewährleistet", so Kaltschmid.

Der Stv. grüne Klubobmann ist überzeugt, dass angesichts der Corona-Krise die Wirtschaftabläufe neu zu denken sind. „Die verpflichtende Herkunftsbezeichnung kostet kein zusätzliches Geld, sondern benötigt nur den entsprechenden Willen. Zünden wir diesen Turbo für die regionale Wirtschaft. Das hilft allen. Jetzt ist der beste Moment dafür."​

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