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am 10. Juni

Neßler/Grüne: Neue Kennzahlen zur Erfolgsmessung für den Tourismus notwendig

Barbara Neßler - Tiroler Tourismusstrategie gibt Rückenwind für ein Tourismuskompetenzzentrum im Bund

„Endlich wird erkannt, dass wir dringend neue Kennzahlen zur Erfolgsmessung für den Tourismus brauchen,“ kommentiert die Grüne Tourismussprecherin im Nationalrat die Präsentation des Tiroler Tourismus-Strategiepapiers. Das sei, so Neßler weiter, gerade unter dem Gesichtspunkt bemerkenswert, dass noch 2019 im Wirkungsorientierungsbericht unter „Stärkung und qualitative Weiterentwicklung des Tourismusstandortes Österreich“ lediglich die Erhöhung der Bettenanzahl oder des Anteils an ausländische Nächtigungen definiert wurde. Quantitative Größen wie die Nächtigungszahlen oder Ankünfte spiegeln Teilaspekte der Branche wider, würden jedoch nichts über die Qualität aussagen. „Bisher wurden unsere Erfolge im Tourismus dennoch nur an den Nächtigungszahlen gemessen. Daraus ist aber nicht abzulesen, wie viel Wertschöpfung tatsächlich in der Region geblieben ist oder wie viele Arbeitsplätze geschaffen werden konnten, schon gar nicht, wie attraktiv diese Arbeitsplätze waren“, erklärt Neßler.

„Es braucht nun aber Mut zu einem wirklichen Paradigmenwechsel, der konsequent qualitative Erfolgskennzahlen vor quantitative stellt. Dafür benötigen wir ein im Bund angesiedeltes Tourismuskompetenzzentrum, das Tourismustrends voraussagt und neue, umfassende und aussagekräftige Indikatoren zur Erfolgsmessung erarbeitet, die Aspekte der Nachhaltigkeit zum wesentlichen Ziel haben“, fordert Neßler und freut sich über den Rückenwind aus Tirol für das Grüne Konzept in Wien.

Als nicht zielführend bezeichnet die Grüne Nationalrätin die ausschließliche Debatte über Party-Verbote. Diese diene wohl eher als Verschleierungstaktik, um die wahren Probleme in der Branche nicht ansprechen zu müssen. "Die echten Probleme im Tourismus liegen im völlig aus den Fugen geratenen Wettrüsten. Es findet ein ruinöser Wettbewerb statt, den sich Hotelbetreibende kaum mehr leisten können und der verhindert, dass Hotelbetreiber*innen auf wirtschaftlich gesunden Beinen stehen. Das sehen wir nicht zuletzt an der katastrophalen Eigenkapitalquote, welche uns die Coronakrise schmerzlich offenbarte. Hier braucht es Auswege statt Ausreden", so Neßler.

Die Einführung einer Bettenkapazitätsgrenze sieht die Grüne Nationalrätin generell als Schritt in die richtige Richtung, schließt sich im Detail der Kritik ihres Kollegen Georg Kaltschmid an. „Sinnvoller und effektiver wäre eine Reglementierung über eine touristische Raumordnung, bei der die Bettengrenzen in den jeweiligen Gemeinden betrachtet werden, da die zum Teil völlig unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen."​

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