Bezirkegruene.at
Navigation:
am 12. Dezember 2019

Grüne sehen positiven Gegenwind im Zillertal: „Die Zeit des kannibalisierenden Wettrüstens ist vorbei“

Georg Kaltschmid - Neue Projektfantasien ernten selbst Kritik aus dem Zillertal - Kaltschmid für neuen Pioniergeist: „Die Zauberformel für uns lautet: ganzjährig, naturverbunden und klimaschonend"

Dass die jüngsten Projektfantasien der Schultz Gruppe im Zillertal Kritik vom Planungsverbandobmann und auch vom Tourismusverbandsobmann Mayrhofen ernten, sieht der Grüne Tourismussprecher Georg Kaltschmid als positiven Gegenwind zur bisher im Tourismus vorherrschenden Wachstumsmaximierung. „Die Zeiten des immer „größer“, „höher“ und „weiter“ im Wintertourismus sind vorbei. Das sollten auch die letzten Wachstumsfetischisten erkennen. Tirol hat ohnehin schon weltweit das dichteste Pistennetz. Es sind genug Pisten für unsere Gäste und Einheimischen da. Die Zeiten haben sich geändert“, so Kaltschmid mit Verweis auf die extreme Verkehrsbelastung im Zillertal, die regelmäßig zum Verkehrsinfarkt im Winter führt.

Auch die Einstellung in der Bevölkerung gegenüber dem Tourismus sei nicht mehr wie vor 30 Jahren. „Die Studie des MCI im Auftrag des Landes spricht eine eindeutige Sprache: 92 Prozent wollen nicht noch mehr Tourismus in Tirol. Lediglich 8 Prozent sind dafür. Für die allermeisten ist die Belastungsgrenze erreicht“, sagt Kaltschmid.

Dass neue Liftverbindungen noch mehr Gäste anziehen soll und genau das das Kalkül dahinter sei, könne kein Liftkaiser abstreiten. „Noch mehr Liftverbindungen heizt nur das kannibalisierende Wettrüsten weiter an. Denn sobald ein Skigebiet mit einem neuen Liftprojekt daher kommt, glauben die anderen nachrüsten zu müssen. Das führt den Tiroler Tourismus nur in die Sackgasse“, so der Grüne Landtagsabgeordnete, der auch Hotelier ist.

Dementsprechend will der Grüne das konkrete Projekt erst gar nicht bewerten. Vielemehr spricht er sich für eine zukunftsfähige raumverträgliche Tourismusstrategie für Tirol aus, die das ganze Bild zeichne. "Die Notwendigkeit einer gemeinsame Linie, der sich dann auch alle unterordnen, ist groß.“ Er begrüßt daher, dass eine neue Arbeitsgruppe im Landhaus eingesetzt wurde, die demnächst mit der Ausarbeitung der neuen Strategie beginnen werde. Die Grünen setzen auf einen neuen Pioniergeist für einen zukunftsfähigen Tourismus. „Die Zauberformel lautet: ganzjährig, naturverbunden und klimaschonend“, erklärt Kaltschmid.​

Aktiv  werden.  Das  ist  Grün.  Banner  rechts.