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Menschen mit Behinderung

Inklusion für Menschen mit Behinderung barrierefrei Bauen

Wir müssen das Prinzip umdrehen. Statt Menschen mit Behinderungen nur mit Unterstützungsmaßnahmen zu begleiten, um ihnen die gesellschaftliche Teilhabe zu erleichtern, müssen wir auch Barrieren in gesellschaftlichen Strukturen und Denkweisen lokalisieren und abschaffen.

Bewusstseinsbildung und Sichtbarkeit

  • Wir möchten Menschen mit Behinderungen mit ihren Rechten, Fähigkeiten und ihrer Vielfalt sichtbarer machen. In allen relevanten Themen werden Menschen mit Behinderung selbstverständlich berücksichtigt und positiv dargestellt.
  • In Tirol fehlt es an wichtigen Daten zu Menschen mit Behinderungen. Das möchten wir ändern, um die Grundlage für bedarfsgerechte Maßnahmen zu bilden. Insbesondere im Bereich Bildung wissen wir nicht, wie viele Kinder und Lehrende Behinderungen haben. Aber auch bei den Berufsstätigen gibt es keine aussagekräftigen Zahlen.
  • Wo die fehlende Statistik besonders ins Gewicht fällt, ist der Bereich Wohnen. Wir möchten einerseits erheben, wie viele barrierefreie Wohnungen vorhanden sind, und andererseits, wie viele Menschen Betreuung in unterschiedlichem Ausmaß benötigen.
  • Ähnlich gestaltet sich die Situation bei Behindertenparkplätzen, barrierefreien öffentlichen WCs, Zug- und Bushaltestellen, Taxi-Transportmitteln, usw. Diese Liste lässt sich um Gesundheitseinrichtungen genauso erweitern wie um barrierefreie Gemeindeämter, Freizeit- und Kultureinrichtungen.
  • Was wir damit erreichen möchten: Wir möchten Problemfelder wahrnehmen. Wir möchten Sichtbarkeit schaffen. Und wir möchten Maßnahmen setzen, die hilfreich sind.

Bildung

  • Kinder mit Behinderung müssen das Recht bekommen, in ihrer Wohnortgemeinde oder wohnortnah in Kinderkrippen und Kindergärten aufgenommen zu werden. Damit das geht, soll das pädagogische Personal vor Ort Unterstützungen für die bestmögliche Betreuung bekommen.
  • Inklusion gibt es erst, wenn Kinder und Jugendliche mit Behinderung wohnortnah unterrichtet werden können. Die Ressourcen von Sonderschulen möchten wir sukzessive an die Regelschulen verschieben, um bessere und inklusivere Unterstützungsangebote sicherstellen zu können.
  • Es braucht auch eine Schulung und Sensibilisierung der Beteiligten. Mobbing müssen wir entschieden entgegentreten und von Beginn an verhindern.
  • Eine Schulassistenz für Kinder und Jugendliche mit Behinderung sind keine Unterstützung der Schulen, sondern helfen Kindern und Jugendlichen mit Behinderung bei der Mitsprache. Zum Beispiel müssen Kinder und Jugendliche mit Behinderung selbstverständlich auch an mehrtägigen Ausflügen teilnehmen können. Für mehr Teilhabe müssen wir das Angebot an Schulassistenz ausweiten.
  • In Schulen müssen Unterrichtshilfsmittel wie Braille-Schrift-Tastaturen oder F/M bzw Bluetooth-Anlagen bereitgestellt werden. Eine Förderung durch das Land Tirol soll dies ermöglichen. Bilingualer Unterricht und Gebärdensprache können dabei nicht nur die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung verbessern, sondern ermöglichen es auch interessierten anderen Kindern, diese Sprachen zu erlernen.
  • Bei weiterführenden höheren Schulen und Universitäten fehlt es oft an einer entsprechenden Infrastruktur. Das liegt daran, dass dies Bundesangelegenheit ist. Für diese Verbesserungen treten wir ein: Quotenplätze für Menschen mit Behinderung, barrierefreie bauliche Anpassung, Förderung von Unterrichtshilfsmitteln, Etablieren von Kooperationsschulen, Stipendien bzw Unterstützungsmaßnahmen sowie das Anbieten einer Lernhilfe.
  • Wir wollen, dass Menschen mit Behinderung sich für den Beruf qualifizieren können, den sie anstreben. Daher sollen Weiterbildungsinstitute Ermäßigungen anbieten sowie sicherstellen, dass Menschen mit Behinderung den Unterrichtsinhalten folgen können.

Berufsleben

  • Der Einstieg in den Arbeitsmarkt muss leichter gehen. Wir möchten daher Menschen mit Behinderung schon frühzeitig in der Schule mit spezifischer Berufs- und Karriereberatung helfen. Praktika in Unternehmen soll es bereits in der Schulzeit geben. Die Unterstützungsstrukturen müssen auch hier tätig werden, damit unsere Arbeitswelt inklusiver wird und Menschen mit Behinderung sich für einen Arbeitsplatz ihrer Wahl entscheiden können.
  • Statt bisher 25 wollen wir, dass ein Betrieb schon ab 20 Mitarbeiter*innen eine begünstigt behinderte Person einstellen muss. Falls das nicht geschieht, ist eine monatliche Ausgleichstaxe zu zahlen. Damit Unternehmen diese nicht bereitwillig in Kauf nehmen, wollen wir sie auf mindestens 552 Euro verdoppeln.

Gesundheit

  • Menschen mit Behinderung soll ein barrierefreier Zugang zu allen medizinischen Strukturen gewährleistet werden. Sprich: Es braucht flächendeckend das 2-Sinnes-Prinzip für die Gestaltung von Informationssystemen in Gebäuden.
  • Auch im Rahmen der stationären Behandlung möchten wir eine Begleitung sicherstellen, insbesondere in der letzten Lebensphase in der Hospiz- und Palliativbetreuung.
  • Psychosoziale und psychische Fürsorge muss auch für Menschen mit Behinderung zur Verfügung stehen. Bei psychiatrischen Angeboten muss die Versorgung flächendeckend und die Kostenübernahme garantiert sein.
  • Bewusstseinsbildung braucht es insbesondere in den Bereichen Suchterkrankung, psychischer Erkrankung und bei seelischen Behinderungen. Die Behandlungschancen müssen dringend verbessert werden.
  • Um vor Gewalt zu schützen, braucht es eine intensive Aufklärungsarbeit – auch für Menschen mit Behinderung – sowie geschützte Räume, welche im Idealfall der eigene Wohnraum ist.

Selbstbestimmtheit und Teilhabe

  • Soweit möglich sollen Menschen mit Behinderung Wahlfreiheit der Unterstützungsangebote haben. Eine Hilfestellung kann auch durch andere Menschen mit Behinderung erfolgen.
  • Die Partizipation an politischen Entscheidungsprozessen soll gefördert werden. Zu Wahllokalen braucht es einen barrierefreien Zugang.
  • Informationen und öffentliche Aussendungen sollen barrierefrei zugänglich und in einfacher Sprache verfügbar sein. Das gilt auch für Katastrophenfälle wie Blackouts, wenn die Zeit drängt. Hier kann man bereits vorbereitend tätig werden.
  • Auch Menschen mit Behinderung sollen reisen und Erholungs- und Freizeitangebote nutzen können. Ebenso gestaltet es sich bei Kultur- und Sportangeboten. Barrierefreiheit soll endlich Standard werden.
  • Den Regress gegen Eltern für erwachsene Menschen mit Behinderung möchten wir abschaffen. Es muss eine Obergrenze geben, bis wann Eltern Geld an das Land Tirol für die Betreuung zahlen.

Sexualität und Partnerschaft

  • Menschen mit Behinderung haben ein Recht auf Intimsphäre. Sie haben genauso sexuelle Bedürfnisse und sollen diese mithilfe einer Sexualassistenz befriedigen können. Dass Partnerschaft von Menschen mit Behinderung möglich sein muss, ist für uns selbstredend.

Wohnen und Bauen

  • Wir möchten, dass 25 Prozent aller Wohnungen barrierefrei gebaut werden statt nur bei Bedarf anpassbar zu sein. Das erleichtert ein selbstbestimmtes Leben für Menschen mit Behinderung erheblich, da sie so freier ihren Wohnort wählen können.
  • Anpassbare Wohnungen müssen zudem leichter umgebaut werden können. Eine Zusammenarbeit zwischen Landesregierung, Expert*innen und dem Monitoringausschuss ist voranzutreiben. Hierzu soll auch die Wohnbauförderung angepasst werden, zum Beispiel durch die Koppelung an barrierefreies Bauen.
  • Barrierefreier Wohnbau und barrierefreie Mobilität legen die grundlegenden Strukturen für ein selbstbestimmtes Leben. Barrierefreies Bauen soll Teil des Lehrplans für Architektur werden. Außerdem müssen in Neubauprojekten gemeinnütziger Bauträger Standard werden, in denen auch liegend transportiert werden kann.
  • Wir möchten eine Beratungsstelle für barrierefreies Bauen ins Leben rufen.
  • In der technischen Bauvorschrift sollen die Bestimmungen für Barrierefreiheit nicht auf die Wohnanlage, sondern auf eine geringere Wohnungsanzahl abgestellt werden.
  • Menschen mit Behinderung müssen bei der Vergabe von gemeinnützigem Wohnbau Vorrang erhalten.

Freizeit, Tourismus, Handel und Vereine

  • Auch hier gilt das 2-Sinnes-Prinzip als Voraussetzung für Förderungen für Bauprojekte.
  • Wir möchten Vereine höher fördern, die aktive Mitglieder mit Behinderung haben.
  • Damit mehr Hotels und mehr Geschäfte barrierefrei werden, möchten wir eine Förderung für diese schaffen. Bei landesweiten Wettbewerben (Prima la Musica, Redewettbewerb, etc) soll die Teilnahme von Menschen mit Behinderung aktiv forciert werden.

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Das Grüne Wahlprogramm 2022 – Barrierefreies PDF

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Grüne Innsbruck Zeliha Arslan
Zeliha Arslan

Delegierte zum Landesausschuss (Innsbruck)

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