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am 7. Juli

Olympia: Die zentralen Grünen Fragen

Die Redaktion - Wir haben die Machbarkeitsstudie für eine mögliche Bewerbung Tirols für olympische Winterspiele 2026 mit Interesse gelesen. Etliche Fragen werden in der Studie beantwortet, weitere Fragen gerade erst dadurch aufgeworfen.

Klubobleute Gebi Mair und Uschi Schwarzl bei der Pressekonferenz

Wir stehen für eine nachhaltige Entwicklung des Tourismus in Tirol, sowie für eine maßvolle Entwicklung von Infrastruktur, orientiert an den Bedürfnissen der Wohnbevölkerung. Die Entscheidung für die Volksbefragung über eine mögliche Olympiabewerbung Tirols 2026 am 15. Oktober 2017 ist auf einer soliden sachlichen Grundlage zu treffen. Wir unterscheiden uns damit sowohl von jenen, die mit einem reflexartigen „Nein“ vorgeprescht sind, wie auch von jenen die vorschnell „Ja“ sagen.

Ob und welche Empfehlung wir an die Tiroler Bevölkerung zur Volksbefragung am 15. Oktober abgeben, wird deshalb maßgeblich von der Beantwortung der folgenden zentralen Grünen Fragen abhängen. Wir ersuchen das ÖOC um Beantwortung dieser zentralen Grünen Fragen innerhalb eines Monats - bis zum 7. August. Eine Nichtbeantwortung wird zu einer ablehnenden Empfehlung aufgrund fehlender Informationen führen.​

FINANZEN

1. Die Machbarkeitsstudie geht von Olympischen Winterspielen 2026 aus, die für die öffentliche Hand kostenneutral sind. Erfahrungen vergangener olympischer Spiele zeigen jedoch, dass Budgetüberschreitungen zum „olympischen Alltag“ gehören. Wer übernimmt die Ausfallshaftung für überschrittene Budgets, sowohl OCOG wie auch Non-OCOG?

2. Wie hoch ist das zu erwartende Non-OCOG-Budget?

3. Unterliegen etwaige olympische Spiele 2026 in Tirol der regulären österreichischen Steuergesetzgebung?

4. Wie verteilten sich die Sitzplatzkapazitäten der vergangenen olympischen Spiele auf die verschiedenen Sportarten und wie würden sie sich 2026 verteilen?

5. Welche Maßnahmen zur Transparenz / Antikorruption sind vorgesehen?

6. Wie ist das ÖOC an den Gewinnen des IOC aus olympischen Spielen 2026 beteiligt?

7. Welche Annahmen wurden über erwartete Einnahmen aus Lizenzen, Provisionen und Vermietungen getroffen? (bitte aufschlüsseln)

8. Welchen finanziellen Beitrag leistet das ÖOC zur Durchführung olympischer Winterspiele 2026?​


NACHHALTIGKEIT


9. Wie lauten die Nachhaltigkeitskriterien des IOC für olympische Winterspiele?

10. Besteht die Bereitschaft, olympische Winterspiele in Tirol nach den Kriterien von „Green Events Tirol“ auszutragen bzw. in Zusammenarbeit damit zu entwickeln („Going Green“)? Welche Kriterien sind nicht einhaltbar?

11. Besteht die Bereitschaft, dauerhafte Olympiastützpunkte / Leistungszentren in Tirol im Vorfeld und Nachgang der olympischen Winterspiele einzurichten?

12. In welcher Höhe werden seitens des IOC anlässlich olympischer Winterspiele 2026 Gelder für Projekte wie Antirassismusarbeit, Gewaltprävention, Förderung des Frauensports oder Förderung für finanziell schwache Regionen der Erde zur Verfügung gestellt?​

INFRASTRUKTUR


13. Wie weit können die Planungen der Bebauungsstudie für den Frachtenbahnhof Innsbruck übernommen werden und wie wurde berücksichtigt, dass sich seit Erstellung der Bebauungsstudie die Anforderungen in Innsbruck an Wohn- und Gewerbebebauung geändert haben?

14. Wie viele temporäre und wie viele dauerhafte Parkplätze für Kraftfahrzeuge sind für olympische Spiele zu errichten und wo? Sind diese bereits in der Kostenkalkulation enthalten?​


BEDÜRFNISSE


15. Welche Alternativen zu den aufgezeigten Standorten (insbesondere Olympisches Dorf) gibt es, wenn sich Gründe ergeben, die gegen die vorgeschlagenen Varianten sprechen?

16. Welche Erfahrungen haben vergangene olympische Spiele auf die dauerhafte Entwicklung von Lohn- und Preisniveau in den betreffenden Regionen gezeigt? Bitte um Beilage vorhandener Unterlagen und um Zusage der Bereitschaft zu einer begleitenden Untersuchung.

17. Wie hoch ist die Bettenauslastung im Planungsgebiet in einem durchschnittlichen Februar bisher?

18. Wo befinden sich die Fernsehmärkte olympischer Winterspiele in welchem zu erwartenden Ausmaß?

19. Wird sichergestellt, dass das Organisationskomitee für olympische Winterspiele 2026 ausschließlich an die Willensbildung der demokratischen Organe der Austragungsregion gebunden ist und diesen rechenschaftspflichtig ist?​

BEWERBUNG


20. Welche Lehren wurden aus der gescheiterten Salzburger Olympiabewerbung gezogen, insbesondere betreffend die Transparenz der Finanzmittelverwendung?

21. Welche Agentur führt die Bewerbung durch? Erfolgt eine Ausschreibung?

22. Wie schlüsseln sich die Bewerbungskosten auf und wann ist jeweils mit ihrem Anfall zu rechnen? Bitte um Aufschlüsselung der Zeitpunkte und Höhen, ab wann jeweils mit welchen verlorenen Kosten zu rechnen ist.

23. Ist eine finanzielle Beteiligung der möglichen Austragungsorte außerhalb Innsbrucks (St. Anton, Hochfilzen, Silz, Inzell, Seefeld) an den Bewerbungskosten geplant? Wenn ja in welcher Höhe?

24. Liegen Zustimmungserklärungen möglicher Austragungsorte außerhalb Tirols für olympische Winterspiele 2026 bereits vor?

25. Wird es an möglichen Austragungsorten außerhalb Tirols Referenden über eine Bewerbung zusammen mit Tirol 2026 geben?

26. Welchen finanziellen Beitrag leisten das ÖOC und seine Sponsoren zu den Bewerbungskosten? (Bitte aufschlüsseln)​

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Die ganze Machbarkeitsstudie gibt es hier: www.olympia2026.at