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am 15. Juli

Timmelsjoch Hochalpenstraße erntet Kritik für skurrilen Radverbot-Aufruf

Michael Mingler - Mingler verwundert über Signale an Ötztaler Rad-Tourist*innen und Ausrichtung des Ötztaler Tourismus

Kopfschütteln erntet ein Aufruf der Timmelsjoch Hochalpenstraße, wonach künftig Radfahrer*innen die Straße untertags "aus Sicherheitsgründen" nicht befahren sollen. Ausgerechnet jener Pass, der unter Rennradfahrer*innen durch den Ötztaler Radmarathon als letzte Hürde berühmt und berüchtigt ist. Der Grüne Mobilitätssprecher im Tiroler Landtag, Michael Mingler, bezeichnet die via Facebook verbreitete Aufforderung als "Zumutung". "Wer Radfahrer*innen loswerden will, nur damit Autos und Motorräder ungestört den Pass überqueren können, lebt wohl im vergangenen Jahrhundert", so Mingler in Richtung der Betreiber der Hochalpenstraße, die im überwiegend im Eigentum der Bergbahnen Hochgurgl steht.

Dass der Aufruf nur am Wochenende zwischen 10:00 Uhr und 16:00 Uhr gilt, bezeichnet Mingler als „skurril". „Auch Radfahrer*innen haben nur an den Wochenenden Zeit für eine längere Ausfahrt Zeit. Und der Pass ist für viele ein Saisonhighlight, der zeitlich nicht in einer Stunde zu bewältigen ist“, so Mingler, der selbst leidenschaftlicher Radfahrer ist.

Mingler wundert sich vor allem, dass der Aufschrei der Ötztaler Touristiker bisher ausblieb. Immerhin hat man den Ötztaler Radmarathon im Amateursport zu einem Aushängeschild entwickelt. Außerdem prangt das Ötztal-Logo auf dem Teamtrikot von Bora hansgrohe, bei dem auch der österreichische Sensations-Etappensieger bei der Tour de France, Patrick Konrad, unter Vertrag ist. Das Profi-Team bereitete sich im Ötztal auf die Tour de France vor.

Der Grüne Landtagsabgeordnete fordert intelligentere Lösungen als ausschließlich Radfahrer*innen zu diskriminieren. „Ein Miteinander auf der Straße ist grundsätzlich immer der beste Weg. Mit entsprechenden Hinweisschildern und Geschwindigkeitsbeschränkungen kann man die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer*innen sicherstellen. Und wenn man schon dazu übergeht Verkehrsteilnehmer*innen zu bevorzugen, dann sollte es fair verteilt sein. Es hat durchaus einen Charme, wenn die Fahrbahn, wie auf gewissen Strecken in der Schweiz, zeitweise nur für Radfahrer*innen am Timmelsjoch offen wäre und dann auch zu gewissen Zeiten nur für Auto- und Motorräder. Was aber auf keinen Fall geht, ist die einseitige Benachteiligung“, so der Grüne.​

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