Skip to main content
14.10.2021 News

Was du über Tempo 30 noch nicht wuss­test

Stephanie Jicha und Michael Mingler für Tempo 30

Der Autoverkehr bestimmt nach wie vor das Dorf-Bild in Tirol. Die Straßen für Autos sind breit, die Gehwege oft eng. Aber die Zeiten ändern sich.

Die Rufe nach einer Verkehrsberuhigung in den Tiroler Ortschaften nehmen zu. Und mit ihr die Forderung nach Tempo 30. Rund um Schulen und Schulwege, aber auch im ganzen Ortsgebiet. Warum Tempo 30 Leben rettet, die Lebensqualität erhöht und niemand deswegen zu spät kommt.

 

Es wurde geblitzt. Und zwar (!!) 3.542 Mal in unmittelbarer Nähe zu Tiroler Schulen. Bei Schwerpunktkontrollen der Polizei stellte sich heraus, dass 94% der Lenker*innen mit 20 km/h überhöhter Geschwindigkeit unterwegs waren. Zahlen, die untermauern, dass es Handlungsbedarf in den Gemeinden besteht. Denn Sicherheit von Kindern geht vor Geschwindigkeit hinterm Lenkrad.

Einen ganzen Sprungturm längerer Bremsweg

Die Physik liefert wissenschaftliche Fakten. Zum Beispiel, dass sich der Bremsweg zwischen Tempo 40 und Tempo 30 um 14 Prozent verringert. Und der gesamte Anhaltevorgang, also von der Reaktion im Gehirn bis zum Stillstand des Fahrzeuges, rund 12 Meter abnimmt. Einen ganzen Sprungturm Unterschied. Eine Distanz, die über Leben und Tod entscheiden kann. Bei 20 km/h Unterschied, also Tempo 50 statt 30, sind die Werte noch eklatanter. Der Anhalteweg verdoppelt sich hierbei ebenso wie die wahrgenommene Lautstärke.

30 Sekunden mehr Entschleunigung

Vergegenwärtigt man sich, wie lange es dauert, um in einer Gemeinde von A nach B zu kommen, gewinnt Tempo 30 an Attraktivität. Denn man „verliert“ in der Theorie gerade einmal 30 Sekunden im Vergleich zu Tempo 40 auf einer Strecke von zwei Kilometer. Gleichzeitig gewinnt man an Entschleunigung, denn gerade in den oftmals engen Dorfstraßen machen 10 km/h viel aus, wie sehr man sich beim Autofahren konzentrieren muss.

Eine Aufwertung für alle

Wer mit dem Rad unterwegs ist, kennt das Gefühl, wenn die Autos eng neben einen mit doppelter Geschwindigkeit vorbeirauschen. Kein angenehmes Gefühl, das Radfahren attraktiv macht. Oder wer am Zebrastreifen die Straße überqueren will, sich aber nicht sicher ist, ob das Auto rechtzeitig anhält.
Gilt Tempo 30 auf der Straße, werden die anderen Vekehrsteilnehmer*innen automatisch aufgewertet. Denn eine Annäherung der Fortbewegungsgeschwindigkeit stärkt das Sicherheitsgefühl und ermutigt Menschen auf klimafreundliche Verkehrsmittel umzusteigen. So wird die Straße ein Ort für alle Menschen, egal ob auf vier Rädern oder zu Fuß.

 

Dazu haben sich unsere grünen Landtagsabgeordneten Stephanie Jicha und Michael Mingler die Hauptverkehrsadern in Tiroler Gemeinden vor Ort angeschaut.

Weniger Verkehr macht Ortskerne lebendiger

Viele Wege zu Tempo 30

Ob Bremshügel, Warntafeln, Einbahnregelung, künstliche Fahrbahnverengung, Radarkästen oder unterschiedliche Fahrbahnbeläge: es gibt viele Methoden die Autofahrer*innen dazu bringen, den Fuß etwas vom Gaspedal zu nehmen. Den Gemeinden stehen hier viele günstige Möglichkeiten offen, den Verkehr zu lenken. Besonders bewährt haben sich Bremshügel, denn im Gegensatz zu Warntafeln können diese nicht so einfach ignoriert werden.

Portraitfoto der grünen Landtagsabgeordneten Stephanie Jicha
Stephanie Jicha

2. Landtagsvizepräsidentin, Landtagsabgeordnete

Landhaus, Eduard Wallnöfer-Platz 3

6020 Innsbruck

[email protected]
Beitrag teilen
1
2
3
4
5
6
7
8