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22.09.2021 News

Kli­maschutz­paket - Das haben wir vor!

Die Klimakrise ist real. Und sie wird nicht wieder verschwinden.

Die von uns Menschen verursachte Veränderung der klimatischen Bedingungen auf der Erde führt uns vor Augen, dass wir die Art und Weise wie wir leben ändern müssen, und die reine Hoffnung auf technologischen Fortschritt mehr Verzweiflung als Lösung ist. Es wird gegen die Klimakrise keine Impfung geben und auch kein „Bla bla bla“ der Regierungschefs (copyright Greta Thunberg) wird uns helfen. Was hilft, ist entschlossenes Handeln. Das ist unser Anspruch in der Landesregierung und dem kommen wir mit einem umfassenden Klimaschutzpaket in Tirol nach.

Action speaks louder than words

Wir haben auf der Regierungsklausur vereinbart, dass es in Tirol künftig einen permanenten „Klimacheck“ für alle neuen Gesetze, Verordnungen und Erlässe geben wird. Was im ersten Moment wenig spannend klingt, hat es so richtig in sich. Wenn jedes Gesetz einem automatischen und standardisierten Klimacheck in Tirol unterzogen wird, schafft das Sichtbarkeit, hebt die Debatte auf eine neue Ebene und bringt uns eine Handlungsanleitung. Wir sind das erste Bundesland, das so einen Check einführt. Es ist ein wirksames klimapolitisches Instrument für die Landesverwaltung und uns als Gesetzgeber, das noch für viel Gesprächsstoff im täglichen Handeln sorgen wird.

Sonne anzapfen statt Erde ausbeuten

Georg Willi prägte vor 20 Jahren den Ausspruch „Die Sonne schickt keine Rechnung“. Der Satz ist angesichts der aktuellen Rohstoffpreise aktueller denn je. Wollen wir die schädlichen Treibhausgase weltweit senken, führt an der Nutzung von Sonnenenergie kein Weg vorbei. In nur drei Stunden kann die Sonne mehr Energie liefern, als die gesamte Erdbevölkerung pro Jahr verbraucht. Wir müssen nur wollen.
Ein Blick auf Tirols Dächer reicht, um zu sehen, wie viel Arbeit noch vor uns liegt. Auf 8 von 10 Häusern in Tirol ist die Installation einer Photovoltaikanlage sinnvoll. Dennoch gewinnen wir 1 % des jährlichen Strombedarfs aus Sonnenenergie.

 

Wir sagen: die nächste Terrawattstunde muss die Sonne liefern. Und wir als Teil der Landesregierung werden dabei mit folgenden Änderungen kräftig nachhelfen:

  • Öffentliche Dächer werden zu Kraftwerken: Bei Neubauten im Einflussbereich des Landes müssen ab kommendem Jahr verpflichtend PV-Anlagen installiert werden
  • Sonnenenergie-Zentren statt Asphaltwüsten: Flächen, die schon versiegelt sind, sollen doppelt genutzt werden. So sollen große Parkplätze mit Photovoltaik überdacht werden – und in einem Pilotprojekt die Lärmschutzwände an Autobahnen mit Sonnenkollektoren bestückt werden
  • TiNEXT statt Tiwag: Damit mehr Eigentümer*innen auf Photovoltaik-Anlagen am eigenen Dach umsteigen, braucht es Unterstützung, Beratung und Betreuung. Der Umstieg auf klimafreundliche Energie muss so einfach wie möglich gestaltet werden. Dafür soll küftig das Landesunternehmen TiNEXT sorgen, das die Tiwag im Bereich der Erneuerbaren Energieträger ablöst. Wir erwarten uns davon Schwung und frischen Wind bei der Sonnenenergie wie der Biomasse und Fernwärme.

Ehrlichkeit: Klima-Fortschritts-Bericht

Verdrängung ist ein gängiges Mittel, um sich der Realität zu entziehen. Das erleben wir auch beim Klimaschutz. Wenn die Hitzewelle rollt, die Dürre sich bemerkbar macht und die Unwetterbilder auf dem Smartphone erscheinen, hinterfragt mittlerweile der Großteil die aktuelle Ausbeutung der Erde und den eingeschlagenen Weg. Dem Ende dieser unmittelbaren Klimaauswirkungen folgt leider schnell die Verdrängung. Nur legt die Klimakrise keine Pause ein. Sie schreitet ungehindert voran. Um aufzuzeigen, dass wir im Alpenraum von der Klimakrise besonders betroffen sind und die Veränderungen auf unsere Umwelt dramatisch sein werden, wird es jährlich einen spezifischen Klima-Fortschritts-Bericht geben. Ein Augenöffner, der Bewusstsein schafft.

Ingrid Felipe

LH-Stellvertreterin, Landesrätin für Umwelt- und Klimaschutz, Naturschutz und Verkehr

buero.lh-stv.felipe@tirol.gv.at
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