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am 18. Oktober

Kaltschmid und Mair: „In Zeiten der Klimakrise ist das nur mehr grotesk“

Gebi Mair, Georg Kaltschmid - Skiopening bei zweistelligen Plusgraden - Kitzbühler Bergbahnen betreiben Skitourismus mit der Brechstange - Wirtschaftskammerpräsident Walser gefordert

„Wenn du dort mit der kurzen Hose stehst, neben dir Wanderer vorbeigehen und du dieses aufgehäufte weiße Elend siehst, das zu einem Pistenschlauch zusammengekratzt wurde, dann ist die Piefkesaga in die Realität umgesetzt. In Zeiten der Klimakrise ist das nur mehr grotesk, was die Kitzbühler Bergbahnen aufführen. Das ist Skitourismus mit der Brechstange, wie ihn Tirol weder braucht noch notwendig hat“, kritisiert der Grüne Tourismussprecher Georg Kaltschmid und der Grüne Klubobmann Gebi Mair den auch heuer viel zu frühen Start in die Wintersaison der Kitzbühler Bergbahnen.

Bei ihrem Lokalaugenschein auf der Resterhöhe einen Tag vor der Eröffnung sehen sie den durch massiven Pistenraupeneinsatz zusammengeschobenen Pistenschlauch vor sich hinschmelzen. „Die ganze Welt ist in Aufruf wegen der Klimakrise. In den Alpen sind wir aufgrund der geografischen Gegebenheiten von der Erderhitzung gleich doppelt so stark betroffen. Wir hatten in den letzten drei Jahren die heißesten Jahre der Messgeschichte. Fast 20.000 Menschen sind für mehr Klimaschutz durch die Straßen von Innsbruck marschiert. Und dennoch gibt einige, die einfach so weitermachen, als sei nichts. Wir müssen endlich aufhören so zu tun als seien unsere Berge ein Disneyland. Tirol hat gerade im Herbst so viel Naturschönheit zu bieten. Das haben wir einfach nicht nötig hier mit der Brechstange den Wintertourismus auszurufen“, kritisiert Kaltschmid.

Er sieht den Imageschaden, der durch solche Aktionen entsteht, mit jedem Jahr größer werden.„Wir pumpen Millionen in die Werbung der Tiroler Naturschönheit und dann bekommen Menschen aus aller Welt solche Bilder zu sehen. Das macht so ziemlich alles kaputt“, so Kaltschmid, der erneut darauf hinweist, dass es in Tirol durch die Gletscherskigebiete ausreichend Möglichkeiten gebe, schon im Herbst die Ski anzuschnallen.

Der früher Winterstart beschleunige auch das Wettrüsten unten den Liftkaisern. Der Grüne Naturschutzsprecher Gebi Mair ruft Wirtschaftskammerpräsident Walser auf, diesem Treiben ein Ende zu setzen. „Wer hier die Augen verschließt, der verschließt die Augen vor der Klimakrise. Es muss endlich ein Machtwort an die Seilbahner gerichtet werden, dass so ein Verhalten nicht länger geduldet wird. Oder kann sich Walser gegen Seilbahnzampano Hörl nicht durchsetzen“, fordert Mair den Wirtschaftskammerpräsidenten heraus.

Mair erinnert an die Debatte zum „Snowmax“, die eindeutig zum Ergebnis hatte, dass in Tirol die Natur den Tourismus bestimme solle und nicht der Tourismus die Natur. „Schneedepots und Pistenschläuche sind das genaue Gegenteil davon“, so Mair.  Die Grünen pochen erneut auf die vereinbarte Ausarbeitung einer neuen raumverträglichen Tourismusstrategie. „Kitzbühel zeigt jedes Jahr aufs Neue, dass es neue Spielregeln braucht“, so die Grünen.​

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