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am 10. Juli

Steigender Transit: Tirol hat Hausaufgaben gemacht - jetzt Druck auf Nachbarn

Hermann Weratschnig - "Die Mauten in Bayern und in Italien müssen rauf"

Tirols Luftgüte-Maßnahmen wirken - das Land Südtirol will nicht umsonst statt Tempo 110 auf Teilen der Brennerautobahn jetzt belastungsabhängig einen 90er einführen. Und die kürzlich eingeführte Förderung des Landes Südtirol für LKW-Transporte auf der Schiene hat sich ebenfalls die österreichische RoLa-Förderung zum Vorbild genommen. Bei der Luftgüte, mit der Maßnahmen wie der Luft-100er und das stufenweise sektorale LKW-Fahrverbot begründet werden, stellen die Zahlen dem Land Tirol ein gutes Zeugnis aus: Die Luftbelastung geht an allen Messstellen kontinuierlich zurück. Am Transit-Hotspot, der Autobahnmessstelle in Vomp, ist die durchschnittliche Jahresbelastung mit Stickstoffdioxid von 2006 (76 Mykrogramm/Kubikmeter) über 2011 (66 mg/m3) auf 2016 (54 mg/m3) um 29% gesunken. "Das ist gut für die Lungen und für die Ohren der TirolerInnen", betont der grüne Landtagsvizepräsident Hermann Weratschnig.

"Das Land Tirol hat seine Hausaufgaben gemacht: Ohne Luft-100er und sektoralem Fahrverbot hätten wir 1.000e LKW mehr auf der Straße und die Luftwerte wären deutlich schlechter", sagt Hermann Weratschnig, der auch auf die stärkere Nutzung der RoLa im Jahresvergleich (95% Auslastung im Mai 2017 im Vergleich zu 83% im Mai 2016 und zusätzliche Züge seit 1. Juli) hinweist. Aber Weratschnig betont dennoch: "Die Rahmenbedingungen bei unseren Nachbarn sind leider so, dass für viele LKW-FrächterInnen der Brenner die wirtschaftlich sinnvollste Route ist. Und das müssen wir ändern." Die Strecke von Wörgl nach Verona kostet für einen LKW auf der Straße nur halb so viel wie von Basel nach Chiasso über den Gotthard und nur ein Drittel der Maut von Lyon nach Santhia über den Fréjus-Pass. "Billiger Diesel in Österreich und billige LKW-Mauten in Italien und in Deutschland - das sind die wichtigsten Gründe dafür, dass so viele LKW auf der Straße über den Brenner fahren", sagt Hermann Weratschnig.

2018 werde Tirol für ein Jahr die Präsidentschaft der 48 europäischen Regionen übernehmen, die sich in der EUSALP (EU-Strategie für die Alpinen Regionen) zusammengeschlossen haben. Den Schwerpunkt werden LH Platter und LH-Stv.in Ingrid Felipe dabei auf die Bemühungen um höhere LKW-Mauten und mehr Tempo beim Bau der Zulaufstrecken zum Brenner Basistunnel legen. "Es ist auch eine Frage der europäischen Solidarität, dass wir die Lasten des Nord-Süd-Verkehrs der LKW fairer verteilen", sagt Weratschnig. Unabhängig davon werden die Grünen ihren erfolgreichen Kampf für bessere Luft in Tirol mit Luftgüte-Maßnahmen auf der einen und mit verbesserten Öffi-Angeboten auf der andere Seite weiterführen.



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