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am 11. Jänner

Platter-Plan: Grüne warnen vor neuer Transitroute am Fernpaß

Gabriele Fischer - "Das ist ein 100 Millionen Euro Risiko, das keine Entlastung und kaum Zeitersparnis bringt, aber die Gefahr auf noch mehr Verkehr"

In der heute neu entfachten Debatte über südhaftteure Tunnel im Außerfern warnen die Tiroler Grünen von einer neuen Transitroute am Fernpaß und stellen sich demonstrativ hinter die betroffene Bevölkerung und gegen den Platter-Plan. "Ein Straßentunnel bringt keine Entlastung am Fernpaß, sondern öffnet Tür und Tor für eine neue Transitroute durch Tirol. Das konterkariert unsere Bemühungen die Tiroler*innen vom Transit zu entlasten", kritisiert die Grüne Gesundheitssprecherin Gabriele Fischer den von Landeshauptmann Günther Platter in den Raum gestellten Bau des Fernpaß-Scheiteltunnels. Sie beruft sich dabei ausgerechnet auf eine Studie des Landes, in der das Risiko für die Öffnung der Strecke für den Schwerverkehr mit 30-40% eingeschätzt wird. Laut Studienautor Prof. Müller drohe, dass die rechtliche Grundlage für das derzeitige Schwerverkehr-Fahrverbot mit einer Tunnelvariante entzogen wird. "Das sind 40% zu viel Risiko", so Fischer. 

100 Millionen Euro in die Hand zu nehmen um am Ende noch mehr Verkehr zu erhalten, sei eine Rechnung, die für die Tiroler Grünen in keinster Weise nachvollziehbar sei. "Auch das Zeitersparnis-Argument ist Augenauswischerei: gerade einmal 13 Minuten sind im Idealfall möglich. Mit der Öffnung für den Schwerverkehr wird das schnell gegen null schwinden", argumentiert die Grüne und legt nach: "Was wird denn die Folge eines Tunnels sein? Es werden noch mehr Urlauber diese Route im Navi auswählen. Dabei platzt die Strecke jetzt schon aus allen Nähten", so Fischer, die auch darauf hinweist, dass selbst alle Tunnel-Fans einschränken, dass der Scheiteltunnel nur dann sinnvoll sei, wenn es die klare Finanzierungszusage des Bundes für den viel teureren Tschirganttunnel gebe. Asfinag und Bund lehnten bisher jegliche Finanzierung ab. 

Um den Menschen im Außerfern und an anderen überlasteten Verkehrsrouten eine Entlastung zu bringen, seien alle Anstrengungen in die Reduktion des Transits und des Individualverkehrs zu investieren. "Wer nach vorne schaut, der bietet schlaue Mobilitätskonzepte der Zukunft an, welche die Ohren und Lungen der Tiroler*innen genauso entlasten wie die Geldbörse", sagt Fischer. Die Grünen wollen die 100 Millionen Euro daher in die nächste Stufe der Öffi-Attraktivierung in Tirol investieren, die LHStv.in Ingrid Felipe in den vergangenen Jahren mit der Tarifreform, neuen Haltestellen und Park and Ride Anlagen konsequent vorangetrieben hat. "Der Weg, den wir in Tirol eingeschlagen haben und den wir weiter gehen wollen, liegt ganz klar in der öffentlichen Mobilität und nicht im Ausbau von Transitrouten. Deshalb haben wir auch eine Prüfung einer Bahnverbindung ins Außerfern im Landtag in Auftrag gegeben", erinnert Fischer an den breit getragenen Beschluss.​

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