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am 13. September

Nicht Straßen bringen eine Region voran, sondern Arbeitsplätze mit regionaler Wertschöpfung

Thomas Haidenberger - zu B100 Sperre: Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten

"Mit der heutigen Sperre der Drautalbundesstraße B 100 soll der bahnparallele Ausbau dieser Straße erzwungen werden. Genau dieser Ausbau bringt aber viele Gefahren für die Region mit sich," ist Thomas Haidenberger, der aktuell um ein Mandat bei der Nationalratswahl für die Grünen kämpft, überzeugt. Es brauche eine Entlastung der Anrainer*innen in den betroffenen Gemeinden. Hier gehöre reagiert, aber nicht mit einer neuen Transitroute, sondern mit kleinräumigen Umfahrungen. "Ich will keine neue "Schnellstraße, die nichts anderes als ein 'Transitmagnet' wäre. Ich will kein böses Erwachen für die Menschen im Drautal und in Osttirol", so Haidenberger.

Der geplante Ausbau zielt besonders darauf ab, die Fahrzeit Richtung Spittal und Villach zu verkürzen. Das hat erfahrungsgemäß schwerwiegende Folgen für die Region. Haidenberger: "Der Abfluss von Kaufkraft in benachbarte Zentren steigt. Das Auspendeln wird erleichtert und ist oft der erste Schritt auf einem Weg, an dessen Ende die Abwanderung steht. Das ist eine steuerfinanzierte Schwächung der Region. Das wollen wir Grüne nicht."

Haidenberger fordert eine nachhaltige Stärkung der entlegenen Regionen und distanziert sich vom kurzsichtigen Vorgehen der Blockade-Initiatoren: "Wer wirklich etwas ändern will, schreit nicht nach schnelleren Straßen. Es gibt bereits genug Bezirke in Österreich, in denen sogar Autobahnen verlaufen, die keine Stärkung der Wirtschaft gebracht haben. Es braucht Arbeitsplätze mit einem Einkommen, das mehr als nur zum Auskommen reicht. Es braucht Steuergeld für schnelles Internet, gute Anbindung im öffentlichen Verklehr, zeitgemäße Kinderbetreuung und gute Gesundheitsversorgung. Es braucht im Bundesfinanzausgleich zumindest eine Annäherung des "Wertes von Einwohner*innen"  von Ballungszentren und Landgemeinden."

Für den Verkehrssprecher der Grünen im Parlament, Georg Willi, würde sich die Region die Möglichkeit von Lkw-Beschränkungen und Sonderregelungen wie Nachtfahrverboten nehmen. Eine ausgebaute B100, die ja gleichzeitig die E66 ist, muss 24 Stunden für den Verkehr offen sein. "Will die Drautaler und Osttiroler Bevölkerung wirklich mehr (Schwer)Verkehr, der die Straßen tausende Male stärker kaputt macht als der Pkw-Verkehr? Die als Schnellstraße ausgebaute B100 zieht in Verbindung mit manchen Plänen von italienischen Rechtsparteien auch mehr Schwerverkehr aus dem Raum Udine an. Das wollen wir nicht. Wir wollen die Regionalwirtschaft stärken und nur so viel Verkehrsinfrastruktur anbieten wie tatsächlich nötig ist. Der Ausbau der B100 ist es nicht", unterstreicht Willi die grüne Position.


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