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am 3. Dezember

Mingler/Kaltschmid: Ergebnisse der Tourismusstudie als Warnsignal: „Genug ist genug“

Michael Mingler, Georg Kaltschmid - Tiroler*innen leiden unter Verkehr und mehr Gästen – Grüne wollen Tourismus mit Maß und Ziel

Ein klares Warnsignal dafür, dass die Ausrichtung des Tiroler Tourismus so nicht weitergehen könne, erkennen die beiden Grünen Landtagsabgeordneten Georg Kaltschmid und Michael Mingler in den Ergebnissen der gestern veröffentlichten Tourismusstudie. Auch wenn die wirtschaftliche Bedeutung und die Anerkennung der Leistungen des Tourismus in Tirol außer Frage stehen, zeige die Studie auch deutlich, dass die massentouristische Ausrichtung von immer weniger Menschen gut geheißen werde. „Wenn lediglich 8 Prozent aller Befragten antworten, dass sie sich in Tirol mehr Gäste wünschen, dann sind touristische Großprojekte als neue Gästemagnete mehr denn je zu hinterfragen. Die Zeiten haben sich geändert. Und die Stimmung auch. Dem muss in der touristischen Ausrichtung von Tirol stärker Rechnung getragen werden“, so der Grüne Tourismussprecher Georg Kaltschmid.

Für ihn müsse der Weg im Tiroler Tourismus weg von kannibalisierenden Wettrüsten und „immer mehr“, hin zu einem neuen Pioniergeist im Tourismus. "Die Quantität hat ausgedient. Es muss in Qualität und Nachhaltigkeit investiert werden. Das erfordert eine neue Tourismuskultur, in der sich Wirt*innen, Gäste, Einheimische und Arbeitnehmer*innen wiederfinden. Nur so wird es gelingen, dass die Tiroler*innen dem Tourismus weiterhin positiv gegenüberstehen“, so Kaltschmid.

Touristische Schlagzeilen mit Pistenschläuchen im Oktober, illegale Bautätigkeiten und Naturzerstörung, überdimensionierte Großprojekte und sexistische Werbung, seien die falschen Botschaften. „Da erweisen ein paar Unbelehrbare allen Touristiker*innen im Land einen Bärendienst. Wer derart image-schädigend agiert, über den darf nicht weiterhin die schützende Hand gehalten werden. In diese Richtung müsste die Schelte diverser Interessensvertreter erfolgen und nicht umgekehrt“, so Kaltschmid in Richtung Wirtschaftskammer und Tirol Werbung.

Die Grünen sprechen sich angesichts der Ergebnisse erneut für eine neue raumverträgliche Tourismusstrategie aus. „Diese Strategie muss konkrete und bindende Massnahmen enthalten. Das Ziel muss sein: hin zu einem Tourismus mit der Natur, der bei der Bevölkerung, bei den Unternehmer*innen, den Arbeitnehmer*innen und auch bei den Gästen anklang findet“, sagt Kaltschmid, der überzeugt ist, dass es keine weiteren Sonntagsreden benötige, sondern Schritte und Taten.

Wie dringend die Neuausrichtung ist, zeigt ein weiteres Ergebnis der Studie: nur 35 Prozent der Tiroler*innen sind der Meinung, dass der Tourismus als Arbeitgeber ein positives Image hat. Kaltschmid dazu: „Das ist ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass wir dringend die Qualität der bestehenden Arbeitsplätze verbessern müssen, statt neue zu schaffen, für die wir ohnehin keine Mitarbeiter*innen finden.“ Diverse Großhotelprojekte der letzten Jahre, die den eingesessenen Betrieben vor Ort die Gäste und die Mitarbeiter*innen weg genommen haben, seien kritisch zu hinterfragen. „Die Saisonarbeit muss Vergangenheit sein. Es braucht gut bezahlte Ganzjahrestätigkeiten und das gelingt nur mit Forcierung des Ganzjahrestourismus mit dazugehöriger Angebotssetzung“, so der Grüne Walchseer Hotelier.

Wie durch die Studie bestätigt wird, ist den Tiroler*innen zudem die durch den Massentourismus verursachte Verkehrslawine ein Dorn im Auge. „Über 73 Prozent der Menschen in Tirol geben an, dass der touristische Verkehr in Tirol ihre Lebensqualität beeinträchtigt. Und mit jedem Skigebietsausbau und Hotelprojekt steigt dieser Verkehr weiter. Es kann nicht sein, dass zulasten der Lungen und Ohren der Tiroler*innen im Tourismus die Kassen klingen. Wir müssen dringend an Alternativen für eine autofreie Anreise arbeiten. Bevor das nicht gelöst ist, bedeutet jeder zusätzliche Gast auch zusätzliche Schadstoffe. Das sind die Tiroler*innen leid“, so der Grüne Verkehrssprecher, Michael Mingler abschließend.​

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