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am 24. Juli

Kaltschmid zur Wolfsdebatte: „So viel Einsatz würd ich mir für den Herdenschutz wünschen“

Georg Kaltschmid - Grüne wollen einstimmig im Landtag beschlossenen nüchternen Umgang mit dem Wolf fortsetzen - Hausaufgaben erledigen statt Prokrastinieren müsse der Anspruch sein

​„Statt gegen den Wolf einseitig zu kampagnisieren, sollte der Bauernbund besser seine Energie dafür aufwenden, den Herdenschutz in Tirol voranzutreiben. Denn da ist bisher wenig bis nichts passiert“, reagiert der Grüne Landwirtschaftssprecher Georg Kaltschmid auf die angekündigte Kampagne, in der suggeriert werde, dass es beim Wolf nur schwarz oder weiß gebe. „Die Welt ist zum Glück nicht so, wie es von WK, AK, LWK und Gemeindebund dargestellt wird. Das zeigen die Beispiele in vielen europäischen Regionen. Da funktioniert das Zusammenleben mit Beutegreifern, weil sich alle angestrengt haben. Da geht beides und nicht wie plakatiert „es geht nur das eine“. Man gewinnt eher den Eindruck, dass bei uns manche lieber mit der Flinte hantieren statt den Hausverstand walten zu lassen“, kritisiert Kaltschmid.

Dass die Schafrisse viel Betroffenheit auslösen und Tierleid zu minimieren ist, stehe außer Frage. Solange aber keinerlei Herdenschutzmaßnahmen getroffen werden, seien Schafrisse auch nicht weiter verwunderlich. „Es liegt schon auch in der Verantwortung der Landwirt*innen auf die geänderten Rahmenbedingungen zu reagieren und die Herde kurzzeitig durch Zäune, Behirtung und Hirtenhunde zu schützen, wenn ein einzelner Wolf durchzieht. Genau dafür gibt es auch das Warnsystem des Landes. Das sollte ernst genommen werden“, so Kaltschmid.

Der Grüne Landtagsabgeordnete verweist auf den einstimmig angenommen Antrag im Landtag, wonach ein dreistufiges System befürwortet wurde, das einen sachlichen Umgang mit der Rückkehr des Wolfes ermöglichen soll. Stufe 1 sieht Präventionsmaßnahmen wie Behirtung und Zäune vor. Stufe 2 sieht Vergrämungsmaßnahmen oder eine Besenderung vor. Und erst in Stufe 3 wird ein Abschuss als ultimo ratio angeführt. „Diesen Stufenplan sollten wir uns zu Herzen nehmen. Statt gegen einen Beutegreifer Stimmung zu machen, sollten alle ihre Hausaufgaben machen. Also, Schluss mit dem Prokrastinieren“, fordert Kaltschmid.​

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