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am 30. Juni

Kaltschmid: „Wolf-Populismus bekommt von den Grünen keine Zustimmung“

Georg Kaltschmid - Tiroler Grüne sehen gute rechtliche Handhabe und Hausaufgaben auf allen Seiten

Viel zu emotionsgeladen und immer populistischer verläuft für die Tiroler Grünen die Debatte um die Rückkehr des europarechtlich geschützten Wolfs in den alpinen Raum. Das zeige sich auch in einem der Dringlichkeitsanträge, der im morgen startenden Landtag eingebracht wurde. Sie rufen vielmehr alle Parteien und Interessenvertretungen dazu auf, die Debatte mit der gebotenen Sachlichkeit zu führen und die durch vereinzelt durchziehende Wölfe entstehenden Konflikte mit Landwirt*innen lösungsorientiert anzugehen. "Ja, der Wolf kehrt in den alpinen Raum zurück und das führt zu Veränderungen und auch zu Konflikten. Diesen neuen Voraussetzungen müssen wir durch möglichst gezielte Maßnahmen bestmöglich Rechnung tragen und die Hausaufgaben erledigen", so Kaltschmid.

Statt eine Dämonisierung zu betreiben oder vorschnelle Abschussfantasien zu hegen, müsse nach einem klaren Ablaufplan gehandelt werden. Dieser sei vom Land Tirol mit Expert*innen umfassend ausgearbeitet worden. Jetzt gehe es vor allem darum diesen Plan die Realität umzusetzen. "Erster und wichtigster Schritt ist ein effektiver Schutz von Herdentieren. Das gelingt zum einen durch Herdenschutzmaßnahmen wie mobile Schutzzäune und Herdenschutzhunde. Hier sind die Landwirt*innen mit Unterstützung des Landes gefordert ihre Hausaufgaben zu machen. Das Land stellt dafür eine Million Euro bereit. Zum anderen gelingt der Schutz durch ein permanent aktualisiertes digitales Warnsystem, das auf mögliche Beutegreifer im Grenzgebiet aufmerksam macht. Genau das hat die Landesregierung in einer Erweiterung der Landes-App eingerichtet", erklärt der Stv. Klubobmann der Grünen, Georg Kaltschmid.

Erst wenn diese Präventionsmaßnahmen ausreichend angewendet werden und es dennoch zu einer Häufung von Tierrisse komme, sei der nächste Schritt anzudenken. "Vergrämungsmaßnahmen oder den Beutegreifer mit einem Peilsender versehen ist erst dann sinnvoll, wenn es trotz Herdenschutzmaßnahmen zu Vorfällen kommt", erklärt Kaltschmid. Und erst wenn all diese Maßnahmen nicht greifen würden, sei ein Abschuss als ultimo ratio ins Auge zu fassen und auch jetzt schon durch das Tiroler Jagdgsetz gedeckt. Hierfür müsse der Wolf aber zum Beispiel die Zäune des Herdenschutzes überwinden oder Menschen gefährden. "Davon kann bisher nicht im Ansatz die Rede sein. Weder ist ein Wolf in Tirol bisher einem Menschen zu nah gekommen, noch gibt es derzeit Zäune auf Almflächen, die ein Wolf abhalten", so Kaltschmid.

Der Grünen Tierschutzsprecher fasst zusammen. "Wir haben im Land ein umfassendes Wolfsmanagement und eine ausreichende rechtliche Handhabe. Wenn jede und jeder die Hausaufgaben macht, dann gelingt uns wie in der Schweiz und vielen anderen Regionen ein guter und nüchterner Umgang mit Beutegreifern", ist Kaltschmid überzeugt.​

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