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am 21. November

Kaltschmid an Bauernbund: „Wie das Kaninchen vor der Schlange stehen, bringt uns nicht weiter“

Georg Kaltschmid - Wolfsmanagement - Grünen rufen zur Zusammenarbeit auf - Landwirt*innen mit konkreten Herdenschutzmaßnahmen unterstützen

Dass der Bauernbund mit seiner Forderung nach Wolf-Abschüssen von den Tiroler Bezirksbehörden eine klare Absage erhalten hat, wie die Tiroler Tageszeitung heute berichtet, ist für den Grünen Landwirtschaftssprecher Georg Kaltschmid keine Überraschung. „Das war doch eine Abfuhr mit Ansage. Denn der rechtliche Status ist klar und die Vorgehensweise ebenso: zuerst sind Herdenschutzmaßnahmen zu ergreifen. Dann sind Vergrämungen zulässig. Und erst als ultimo ratio ist eine Entnahme unter strengen Voraussetzungen möglich“, erklärt Kaltschmid.

Er spricht von Nebel- und Blendgranaten, die weder den Landwirt*innen noch sonst jemanden weiterhelfen. Das Verhalten der Bauernbundvertreter erinnere den Grünen Landwirtschaftssprecher „an das Kaninchen vor der Schlange“. „Statt dass der Bauernbund die Landwirt*innen dabei unterstützt Schutzmaßnahmen zu ergreifen und aufklärt, welche Unterstützungen es gibt, werden aussichtslose Anträge gestellt und sinnlose Kampagnen gemacht. Ich frage mich: wo sind die aufklärenden Videos des Bauernbundes, wie Herdenschutz funktioniert? Wo sind die Bezirksveranstaltungen, in denen aufgeklärt wird? Wo sind die Newsletter, in denen über die finanzielle Unterstützung aufgeklärt wird?“, will Kaltschmid von Gahr, Hechenberger und Co wissen.

Kaltschmid betont, dass er größtes Verständnis dafür habe, dass Bauern und Bäurinnen mit der Rückkehr des Wolfes in Tirol vor einer großen Herausforderung stehen. „Ich habe mich über dem Sommer mit einigen Schafbauern getroffen. Was mich gewundert hat war, dass ich der erste war, der sich bei ihnen gemeldet hat. Das wäre doch das erste was ich von einer guten Interessensvertretung erwarten würde, dass man sich vor Ort ein Bild macht und die betroffenen Landwirte informiert und unterstützt“, so der Grüne.

Auch die lose Forderung des Nationalratsabgeordneten Hermman Gahr nach praktikablen und umsatzbaren Lösungen für die Almwirtschaft wundert Kaltschmid: „Das hat schon was von Selbstaufgabe“, konstatiert Kaltschmid. Während die Bauernvertreter den Sommer offenbar damit verbracht haben rechtlich nicht realisierbaren Scheingefechte auszutragen, habe die Schwarz – Grüne Landesregierung an konkreten Hilfestellungen gearbeitet. So hat die Landesregierung die Anhebung der Kostensätze für die Abgeltung von Nutztierrissen durch große Beutegreifer beschlossen. Erst vor Kurzem fassten die Landesnaturschutzreferent*innen aller Bundesländern einen Beschluss, wonach das „Österreichzentrum Bär, Wolf, Luchs“ im kommenden Jahr ein Konzept mit Lösungsansätzen im Umgang mit großen Beutegreifern, insbesondere dem Wolf ausarbeiten wird.
„All diese Beschlüsse verdeutlichen, dass die Almwirtschaft sehr bedeutend ist und die Tiroler Almen in jedem Fall ein wichtiges Kulturgut darstellen, welches es zu erhalten und zu schützen gilt,“ stellt Kaltschmid die Grüne Position klar.

Kaltschmid verweist abschließend auf jede Menge positiver Beispiele, dass Herdenschutz funktionieren kann. „Einige haben sich selber auf die Füße gestellt und erfolgreich Herdenschutzmaßnahmen umgesetzt, wie man in Tössens oder Fließ gesehen hat. Diese Beispiele sollen uns in den weiteren Diskussionen als Vorbild dienen. Die Muskelspielchen, die wohl der bevorstehenden Landwirtschaftskammer geschuldet sind, bringen uns jedenfalls nicht weiter“, so Kaltschmid.​

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