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am 27. Juni

Herkunftskennzeichnung in privaten wie öf­fent­lichen Gemeinschaftsverpflegungen fix

Barbara Neßler - Grüne Nationalrätin Neßler: „Als nächstes sind die Speisekarten dran“

Auf Bundesebene sei man bei Sachen Herkunftskennzeichnung bereits einen Schritt weiter, „als manche meinen oder ihnen lieb ist“, spielt die Tiroler Nationalrätin Barbara Neßler auf die überholte Aussage von Agrarlandesrat Josef Geisler zur Herkunftskennzeichnung in der Gemeinschaftsverpflegung an. Fast unter dem medialen Radar hat der Nationalrat letzte Woche einen ersten große Schritt in Richtung verpflichtender Herkunftskennzeichnung in privaten wie öffentlichen Gemeinschaftsverpflegungen beschlossen. „Ziel ist, dass die Regelung bis 2021 in Kraft tritt“, erklärt die Grüne Nationalrätin Barbara Neßler. Damit sei es aber nicht getan. "Der nächste Schritt muss gleich vorbereitet werden. Nämlich die Herkunfts- und Herstellungskennzeichnung in jeder Speisekarte."

Die Verpflichtung für alle Gastronomen habe den positiven Nebeneffekt, dass damit auch Kontrolle einhergehe. "Die fehlt beim derzeitigen freiwilligen System komplett. Da kann man sich entweder darauf verlassen was angeführt wird oder eben nicht. Ich möchte mir nicht ausmalen welchen Imageschaden wir erleiden, wenn sich nicht alle Angaben als korrekt herausstellen würden. Daher besser die gleichen Regeln für alle mit einer entsprechenden Kontrolle“, so die Grüne Nationalrätin.

Neßler wolle keine weiteren Ausreden mehr hören. Gerade für ein Tourismusland mit stark ausgeprägter Landwirtschaft wie Tirol sei die Kennzeichnungspflicht in den Speisekarten eine große Chance. „Das steigert die Qualität und es stärkt die regionale Wirtschaft. Genau das braucht es in Krisenzeiten wie diesen“, verdeutlicht Neßler. Sie nimmt die ÖVP und die Wirtschaftskammer in die Pflicht: „In der Krise entscheidet sich wer unterstützt wird - die heimische Landwirtschaft oder die ausländische Fleischindustrie.“

Die Argumentation, dass es in Österreich nicht genug Fleisch gebe, hält einem Realitätscheck jedenfalls nicht stand. „Das absurde am derzeitigen Landwirtschaftssystem ist ja, dass es in Österreich mehr als genug Fleisch gibt und dennoch der Export forciert wird. Wir haben zum Beispiel genügend Schweinefleisch in Österreich“, sagt Neßler. Das bestätige auch der Landwirtschaftskammerpräsident und ÖVP Abgeordnete Josef Hechenberger. Abgesehen davon werde kein Wirtshaus dazu genötigt heimische Produkte zu verwenden. „Es steht den Gastronomen frei zu entscheiden, woher die Produkte bezogen werden. Sie müssen halt damit leben, dass sich die Konsument*innen eher nicht für das Schnitzel aus Holland entscheiden werden oder die Eier aus Italien.“ Neßler appeliert abschließend: "Machen wir Österreich zur Genussregion, ohne unnötiges Tierleid“, appelliert Neßler.​

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