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am 11. Februar

GBB: „Monokultur ist weder am Feld noch in der Land­wirt­schaftskammer gut“

Brigitte Amort, Georg Kaltschmid - Landwirtschaftskammerwahl: Grüne Bäuerinnen und Bauern mit Kampfansage an Bauernbund - „Stalltüren sollen wieder aufsperren statt zusperren“

Seit Ende Jänner stehen die Listen für die Landwirtschaftskammerwahlen Tirol fest, die bis zum 22. März 2021 per Briefwahl stattfinden. Nach dem sensationellen Wahlerfolg der Grünen Bäuerinnen und Bauern (GBB) 2015 treten sie mit einem neu formierten Team zur Wahl an. Angeführt wird die Liste von der Osttiroler Bio-Bäuerin Brigitte Amort, die in Tristach mit ihrer Familie einen Hof mit Ackerbau, Viehwirtschaft und Waldwirtschaft führt.

Die 49-jährige macht keinen Hehl daraus, dass sie dem dominanten Bauernbund in der Landwirtschaftskammer die Stirn bieten will. „Monokultur ist weder am Feld noch in der Landwirtschaftskammer gut. Das weiß jede Bäuerin und jeder Bauer. Es braucht mehr Vielfalt in der Kammer. Wir treten an, um in der Landwirtschaftskammer aufzuräumen!“, zeigt sich die Grüne motiviert.

Wie sehr der Bauernbund die Landwirtschaftskammer vereinnahmt, zeige sich für die Grüne Spitzenkandidatin bei den Rechtsberatungen in den Bezirksstellen. „Wenn du nicht Bauernbund-Mitglied bist, dann erhältst du in den Bezirksstellen keine fachgerechte Beratung. Das ist nur ein Beispiel, wie der Bauernbund agiert und deshalb fordere ich eine neutrale, kompetente Rechtsberatung in den Bezirken für alle Landwirtschaftskammermitglieder“, so die Grüne Landwirtin.

Den über 30.000 wahlberechtigten Landwirt*innen richtet der Grüne Landwirtschaftssprecher Georg Kaltschmid aus, dass sich nur was ändern werde, wenn die Kammer durchlüftet werde. „Der Bauernbund tut immer so, als würde er sich für die Landwirt*innen einsetzen. Aber da frage ich mich, welche Verbesserungen es tatsächlich gegeben hat? In Wirklichkeit reagiert der Bauernbund immer erst dann, wenn es zu spät ist und flüchtet sich in Ausreden. Bestes Beispiel ist die Herkunftsbezeichnung. Jahrelang war nix zu hören und jetzt mimen sie die großen Kämpfer. Das ist durchschaubar wie Plexiglas“, so Kaltschmid.

Wer Grün die Stimme gebe, könne sich sicher sein, dass sich die GBB für den Erhalt der kleinstrukturierten Landwirtschaft in Tirol einsetzen, wie Brigitte Amort ausführt. „Stalltüren sollen wieder aufsperren statt zusperren. Dafür muss sich die Arbeit wieder lohnen. Das gelingt über faire Preise. Das Prinzip Qualität statt Quantität und fair statt billiger muss konsequent den Vorzug erhalten. Eine europaweite Deckelung der Fördergelder im Bereich der Direktzahlungen und eine doppelte Förderung der ersten 20 ha, sowie eine doppelte Förderung bei Umstellung von konventionell auf bio wären hierzu erste effektive Schritte, die es jetzt zu setzen gilt“, führt Amort wesentliche Punkte aus dem Wahlkampfprogramm an.

Kaltschmid und Amort geben den Landwirt*innen für die Wahl mit auf den Weg: „Traut’s euch diesmal das Kreuz woanders zu machen. Eine Landwirtschaft unter besseren Rahmenbedingungen ist möglich. So dass wir Bäuer*innen und Bauern gut über die Runden kommen und wir eine Landwirtschaft betreiben können, die auf Tier und Natur achtet!“

INFOS ZUR LANDES-LISTE der GBB


1. Platz: Brigitte Amort 48 Jahre Biobäuerin auf dem Unter-Wutz Hof in Tristach, Osttirol
Verheiratet, 3 Kinder, Familie bewirtschaftet gemeinsam den Hof und er wird im Nebenerwerb geführt,
Größe des Betriebes: 8 ha Grünland, 2 ha Acker und 25 ha Wald.
Wirtschaftszweige am Hof sind Ackerbau (Speisegetreide und Kartoffel), Viehwirtschaft (2 Haflingerpferde und ca. 15 - 20 Jura Mutterschafe) und Waldwirtschaft

2. Platz: Christian Ortner, Tristach, Osttirol
3. Platz: Vera Scheuringer, Sistrans
4. Platz Joseph Holzknecht, Axams
5. Platz. Gabriele Kapferer-Pittracher, Axams
6. Platz Georg Kaltschmid, Walchsee​

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