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am 25. Juni

Fleischkennzeichnung - „Die Tiroler*innen wollen es - die heimische Wirtschaft braucht es“

Georg Kaltschmid - Grüne sehen in Aussagen von WK Präsident Walser erste zaghafte Bewegung - Corona-Krisenabfederung benötige mutige Schritte

Nachdem bekannt wurde, dass Fleisch aus dem Großschlachtbetrieb von Tönnies, der als Corona-Hotspot Schlagzeilen macht, auch in Tirol verarbeitet wird, ist die Debatte über Kennzeichnungspflicht von Primärzutaten in Tirol neu entfacht. Während das Fleisch im Handel gekennzeichnet werden muss, gibt es in der Gastronomie nach wie vor keine verpflichtende Regeln. Ein Umstand, den der Grüne Landwirtschaftssprecher Georg Kaltschmid seit dem „Tirolberg“ Skandal rund im die Ski-WM in Sankt Moritz 2017 ändern will und dem sich auch die Landwirtschaftskammer angeschlossen hat. Damals wurden im Restaurant der Tirol Werbung heimische Spezialitäten mit ausländischem Fleisch angeboten. So gab es "Seefelder Wildragout" mit Fleisch aus Ungarn oder „Wiener Schnitzelsemmel“ mit Fleisch aus Kroatien. Aufgedeckt wurde das damals durch die verpflichtenden Kennzeichnungsregelungen, die in der Schweiz bei Speisen gelten.

Seither habe sich bei in Tirol durchgeführten Großveranstaltungen zwar etwas geändert, eine Kennzeichnungspflicht in der heimischen Gastronomie fehlt nach wie vor. „Mir geht das alles viel zu langsam. Ich kann die fadenscheinigen Ausreden nicht mehr hören, warum die Tiroler*innen und Gäste kein Recht darauf haben sollten zu erfahren woher das Fleisch am Teller kommt“, kritisiert Kaltschmid.

Gerade jetzt in der Corona-Krise wäre eine Kennzeichnungs-Pflicht ein echter „Turbo“ für die heimische Wirtschaft. „Alle reden in der Krise von Regionalität. Wir sollten nicht nur drüber reden, sondern mutige Schritte setzen und geschlossen auf die Bundesregierung einwirken. Die Kennzeichnungspflicht kostet keine Millionen Steuergeld, aber sie spült Millionen in den Wirtschaftskreislauf“, argumentiert Kaltschmid. Dass WK Präsident Walser im ORF Tirol erstmals zaghafte Bewegung signalisiert, sei zu begrüßen, aber angesichts der dramatischen Wirtschaftslage viel zu wenig. „Ich habe den Eindruck, dass manche trotz der Krise voll auf der Bremse stehen. Wir brauchen in Tirol keine Bremsklotz-Politik sondern sollten die Corona-Krise als Chance wahrnehmen Veränderungen herbeizuführen, die sich die Tiroler*innen längst wünschen und ausschließlich Vorteile mit sich bringen“, so Kaltschmid.

Die verpflichtende Herkunftsbezeichnung in der Gastronomie unterstütze die heimischen Landwirt*innen. Sie stärke das Bewusstsein für heimische Kost. Sie steigere die Qualität und schaffe Transparenz für Konsument*innen. „Und auch der Verkehr wird in Summe reduziert, wenn das Fleisch von Landwirt*innen oder der Metzgerei aus der Umgebung kommt, statt das Fleisch aus Ungarn oder Holland herzukarren. Das würde auch die qualvollen Tiertransporte reduzieren."

Auch in Hinblick auf künftige Wettbewerbungsvorteile im Tourismus sei eine Herkunftsbezeichnung ein Trumpf. „Das Bewusstsein bei den Gästen ist hoch. Die Menschen wünsche sich Klasse statt Masse. Das gilt beim Essen genauso wie beim sonstigen Angebot“, so der Grüne.

Der Grüne Wirtschaftssprecher appelliert an alle Verantwortlichen in der Corona-Krisebekämpfung Mut und Weitsicht zu beweisen: „Die Kennzeichnungspflicht wäre eine echte Errungenschaft für mehr Regionalität. Ich bin mir sicher, dass die Gastronomen mitziehen werden und der Aufwand, so wie damals bei der Allergen-Verordnung, verschwindend gering ist.“​

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