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am 5. September

Fischer zu Fipronil-Skandal: „Es braucht eine verpflichtende Kennzeichnung der Haltungsform“

Gabriele Fischer - Belastete Proben in Tirol entdeckt - Minister Rupprechter gefordert für Konsument*innen und heimische Landwirte tätig zu werden

Die bei einem umfassenden Test der AGES in Tirol entdeckten belasteten Eierproben aus dem ausländischen Großhandel rufen heute die Grüne Landwirtschaftssprecherin auf den Plan. „Auch wenn keine unmittelbare Gesundheitsgefahr besteht, ist mit Fipronil ganz und gar nicht zu spaßen. 11 belastete Proben in Vollei, Eigelb, Rührei, pasteurisierten Schaleneiern und Eiweiß dürfen nicht ohne Konsequenzen bleiben“, fordert Fischer.

Die Sorge vor Verunreinigung ist nicht neu. Schon seit Jahren weisen heimische (Bio-)Eierproduzenten darauf hin, dass durch den Import von Käfig-Eiern aus dem Ausland die vergleichsweise strengen Haltungsbedingungen für heimische Legehennen unterlaufen werden. Fischer fordert daher eine Kennzeichnungspflicht der Haltungsform auch von verarbeiteten Eiern. „Fipronil ist ja nicht nur ein Eier-Skandal, sondern das Symptom einer Lebensmittelproduktion mit anonymisierten Rohstoffen, intransparenten Herstellungsbedingungen und einem immensen Preisdruck. Dieses System muss durchbrochen werden. Es braucht eine transparente, an Qualität und Nachhaltigkeit ausgerichtete Lebensmittelproduktion. Dafür müssen wir die gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen“, so die Grüne Landtagsabgeordnete.

Sie verweist darauf, dass immer mehr Konsumt*innen zu heimische Bioeiern oder zumindest Freilandeier greifen, weil ihnen gesunde Lebensmittel und eine tierfreundliche Haltung wichtig seien. Bei frischen Eiern ist über die Produktionsnummer die Rückverfolgbarkeit bis zu den Produzent*nnen gegeben. An dem Code, der in der EU auf Eier gestempelt wird, ist erkennbar, aus welchem Land, welcher Haltungsform und welchem Betrieb ein Ei stammt. „Das schafft vertrauen“, erklärt Fischer.

Was bei Frischeiern gelte, müsse auf verarbeitete Eier ausgeweitet werden. Denn Zwei Drittel des Eierkonsums werde über weiterverarbeitete Produkte wie Mehlspeisen, Mayonnaise oder Nudeln konsumiert. „Hier weißt man überhaupt nichts über die Herkunft des Eis. Das kommt einer Entmündigung gleich“, kritisiert Fischer. Ziel müsse eine EU-weit einheitliche Kennzeichnung sein. Als erster Schritt sei es national aber notwendig, die rechtlichen Bestimmungen zur Lebensmittelkennzeichnung so zu ändern, dass Angaben zur Haltungsform der Legehennen bei allen Lebensmitteln, die Ei enthalten und in der Gastronomie angeboten werden, verpflichtend angegeben werden müssen. „Landwirtschaftsminister Rupprechter ist gefordert sich für die österreichischen Konsument*innen und für die heimischen Landwirte einzusetzen“, appelliert Fischer​.

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